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Liverpools leiser Alarm: Warum Wirtz, Barcola und Iraola die Antworten schuldig bleiben

September 20, 2026
3 Minuten Lesezeit
Liverpools leiser Alarm: Warum Wirtz, Barcola und Iraola die Antworten schuldig bleiben
Wikimedia Com. Timmy96

‎​‌​‌​​​​‌​‌​‌‌​​‌‌‌​​​‌​‌​‌​‌​‌​‌​‌​​​​​‌​​‌‌​​​​‌​​​‌​​​​‌​‌‌‌​‏Ein 0:0 gegen Fulham im Anfield. Kein Tor, kein Sieg, kein Aufbruchssignal. Für Bournemouth wäre das ein akzeptables Ergebnis gewesen. Für Liverpool ist es Schlagzeile. Genau darin liegt das Problem, das Paul Merson in seiner Sky-Sports-Kolumne auf den Punkt bringt: Andoni Iraola ist nicht mehr Trainer eines Außenseiters, der sich Remis leisten kann. Er ist Trainer des FC Liverpool, und der Maßstab hat sich fundamental verschoben.

Die Datenlage: Drei Remis, sieben Platz, null Tore zuhause

Drei Unentschieden in vier Premier-League-Spielen, Tabellenplatz sieben. Sky-Sports-Redakteur Adam Bate fasste die Stimmungslage nach dem Fulham-Spiel mit den Worten „ungeschlagen, aber unzufrieden“ zusammen. Das trifft es ziemlich genau. Liverpool verliert nicht, aber Liverpool gewinnt auch nicht, und das ist für einen Klub mit den Ambitionen der Reds auf Dauer kein gangbarer Weg.

Merson formuliert es direkt: „Das war ein schlechtes Ergebnis am Samstag. Ein sehr schlechtes Ergebnis.“ Er fragt sich, ob Iraola den Sprung von Bournemouth nach Anfield unterschätzt hat. Nicht weil Iraola kein guter Trainer wäre, sondern weil der Kontext ein völlig anderer ist. In Bournemouth ist ein Remis gegen Fulham kein Thema. In Liverpool ist es Gesprächsstoff für die ganze Woche.

Wikimedia Com. DannyDouble

Wirtz und Barcola: Die teuren Fragen

Florian Wirtz gilt als einer der talentiertesten Spieler seiner Generation. Paul Merson sagt, er sei ein „besonderer Spieler“ und er sei ein Fan von ihm. Und trotzdem stellt er die Frage, die im Anfield-Umfeld noch niemand laut aussprechen will: „Ich weiß nicht, wie lange sie noch auf Wirtz warten können. Es funktioniert einfach nicht.“

Bei Bradley Barcola ist Merson noch skeptischer, und zwar aus einem strukturellen Grund. „Was ist Barcolas Spiel? Er ist schnell. Aber bei Liverpool muss man nicht der Schnellste der Premier League sein. Man braucht mehr.“ Der Vergleich, den Merson zieht, ist hart, aber nachvollziehbar: Mohamed Salah habe damals nicht nur Tempo gehabt, sondern Raffinesse. Diese Kombination sei es gewesen, die ihn so gefährlich gemacht habe. Barcola, so Merson, sei noch nicht sicher, ob er dieses „mehr“ mitbringe.

Dahinter steckt ein taktisches Argument, das über individuelle Qualität hinausgeht. Liverpool hat das Problem, dass kein Gegner offensiv gegen sie spielt. „Niemand greift Liverpool an. Alle stellen Spieler hinter den Ball. Das sind die einzigen Taktiken, die man gegen Liverpool anwendet.“ Wenn das stimmt, braucht Liverpool Spieler, die enge Räume öffnen können. Ob Barcola das kann, ist nach wenigen Spielen noch offen. Ob Wirtz es kann, auch.

Wikimedia com. DannyDouble

Arsenal und der wachsende Abstand nach oben

Merson spart in seiner Kolumne nicht mit Lob für Arsenal, und das macht Liverpools Situation noch deutlicher. „Ich denke, sie werden die Premier League mit zweistelligem Vorsprung gewinnen. Sie werden sie leicht gewinnen.“ Keine Panik, kein Druck, kein Flaschenhals-Moment mehr, so beschreibt er die Gunners. Die Partie gegen Aston Villa, das Spiel gegen Sunderland: Arsenal spielt geduldig, Arsenal erzielt das Tor, der Gegner nicht.

Merson nennt Manchester City und Arsenal in einem Atemzug: „Man City und Arsenal sind so weit vor allen anderen. Es ist unglaublich, wie groß der Abstand ist.“ Für Liverpool bedeutet das: Selbst wenn Wirtz und Barcola ihre Form finden, ist der Rückstand auf die Spitze nicht nur ein Formrückstand, sondern womöglich ein struktureller.

Was daraus folgt: Iraola braucht Antworten, nicht Zeit

Paul Merson sagt, Iraola müsse „die Fesseln lösen, es öffnen“. Das klingt simpel, ist aber der Kern des Problems. Ein Trainer, der bei Bournemouth mit Kompaktheit und Disziplin arbeitete, muss bei Liverpool einen anderen Fußball zeigen, nicht weil Bournemouth falsch war, sondern weil Anfield andere Erwartungen hat und andere Spieler, die andere Aufgaben brauchen.

Drei Remis in vier Spielen sind kein Absturz. Aber sie sind auch kein Fundament. Wenn Wirtz weiter auf sich warten lässt und Barcola das Tempo-Profil nicht durch Kreativität ergänzt, wird die Frage nach dem Transferfenster lauter werden als die Frage nach der Taktik. Im Moment ist beides offen. Und das ist, nach vier Spieltagen, das eigentliche Problem in Liverpool.

Quellen: Sky Sports

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