Dallas-Cowboys-Besitzer Jerry Jones denkt laut über eine mögliche Veränderung des NFL-Spielplans nach. Seine Idee: mehr regionale Rivalitäten, mehr große Duelle und damit möglicherweise eine völlig neue Dynamik in der Regular Season.
Wenn Jerry Jones öffentlich über die Zukunft der NFL spricht, lohnt es sich zuzuhören. Der 83-Jährige ist nicht nur Besitzer der Dallas Cowboys, sondern seit Jahrzehnten eine der einflussreichsten Figuren der Liga.
Nun hat Jones eine Idee ins Spiel gebracht, die den NFL-Spielplan deutlich verändern könnte: zusätzliche Spiele zwischen geografischen Rivalen.
Das Prinzip ist simpel. Städte und Regionen sollen stärker gegeneinander antreten. „Meine Stadt gegen deine Stadt“, genau diese lokale Rivalität sei es, die Sport für Fans besonders emotional mache.
Texas-Duell als Vorbild
Ein mögliches Paradebeispiel liegt praktisch vor Jones‘ Haustür: die Dallas Cowboys gegen die Houston Texans.
Zwei Teams aus Texas, zwei große Fanlager und eine natürliche regionale Rivalität. Obwohl beide Mannschaften bislang nicht regelmäßig gegeneinander antreten, hätte ein solches Duell enormes Vermarktungspotenzial.

Und Texas wäre längst nicht das einzige mögliche Derby.
Die New York Giants könnten häufiger auf die New York Jets treffen. In Los Angeles könnten die Rams und Chargers um die Vorherrschaft in der Stadt kämpfen. Auch andere Märkte bieten sich für vergleichbare Paarungen an.
Der Reiz liegt auf der Hand: Solche Spiele benötigen keine künstlich aufgebaute Geschichte. Die Rivalität entsteht durch die Nähe der Teams, die Fans und die gemeinsame regionale Identität.
Kommt 2029 die nächste große Änderung?
Der Zeitpunkt für Jones‘ Vorstoß ist besonders interessant. Die NFL beschäftigt sich ohnehin mit der Frage, wie der Spielplan der Zukunft aussehen soll.
Seit 2002 folgt die Liga grundsätzlich ihrer etablierten Struktur. Eine wichtige Veränderung gab es 2021: Die Regular Season wurde von 16 auf 17 Spiele erweitert.
Der nächste große Schritt könnte bereits in einigen Jahren folgen. Eine Saison mit 18 Spielen wird innerhalb der NFL immer wieder diskutiert und könnte möglicherweise ab 2029 Realität werden.
Genau hier könnte Jones‘ Idee ansetzen.
Statt das zusätzliche Spiel einfach nach dem bisherigen Schema in den Kalender einzubauen, könnte die NFL es für besonders attraktive Paarungen reservieren. Damit ließe sich das zusätzliche Spiel nicht nur sportlich, sondern auch wirtschaftlich vermarkten.
Mehr als nur Football
Für die NFL wären solche Begegnungen ein Geschenk für die Vermarktung.
Ein Derby zwischen zwei Teams aus derselben Region verspricht volle Stadien, hohe TV-Zuschauerzahlen und jede Menge Gesprächsstoff. Für die Liga wäre das zusätzliche Spiel damit nicht einfach ein weiterer Termin im ohnehin langen Kalender, sondern ein potenzielles Highlight.
Auch für die Fans könnte das Konzept attraktiv sein.
Cowboys gegen Texans wäre plötzlich nicht mehr nur ein Spiel zwischen zwei AFC-/NFC-Teams, sondern der Kampf um die Football-Vorherrschaft in Texas. Giants gegen Jets würde zum Duell um New York. Rams gegen Chargers könnte die Frage beantworten, welches Team tatsächlich die Football-Hauptstadt von Los Angeles repräsentiert.
Aber die Sache hat einen Haken
Noch ist Jones‘ Idee kein beschlossener Plan. Und eine Änderung des Spielplans ist bei 32 Teams und zwei Conferences alles andere als einfach.
Die NFL muss schließlich sicherstellen, dass der Spielplan trotz zusätzlicher Rivalitätsduelle fair bleibt. Gegnerstärke, Heim- und Auswärtsspiele sowie die Rotationssysteme müssten weiterhin berücksichtigt werden.
Hinzu kommt die Belastung der Spieler. Eine Erweiterung auf 18 Spiele würde ohnehin neue Diskussionen über Verletzungsrisiken und die körperliche Belastung der Profis auslösen.
Mehr Spiele bedeuten mehr Football, aber auch mehr Verschleiß.
Jones setzt ein Signal
Trotzdem dürfte die Idee nicht einfach verpuffen. Jerry Jones gehört zu den Besitzern, deren Aussagen innerhalb der NFL besonderes Gewicht haben.
Sein Vorschlag passt zudem perfekt zur Strategie der Liga: Football soll möglichst viele Zuschauer erreichen, große Geschichten produzieren und für die Fans noch attraktiver werden.

Der Gedanke hinter den zusätzlichen Derbys ist deshalb ziemlich simpel:
Wenn es um Football geht, gibt es kaum etwas Emotionaleres als Nachbarschaft gegen Nachbarschaft.
Sollte die NFL tatsächlich auf 18 Saisonspiele erweitern, könnte Jones‘ Idee deshalb plötzlich sehr konkret werden.
Und dann wäre die Frage nicht mehr nur, wer die bessere Mannschaft besitzt.
Sondern: Welche Stadt ist die Nummer eins?
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