8 hours ago

Super Bowl 2026: Seattle Seahawks bezwingen die Patriots

Latino-Superstar "Bad Bunny" polarisiert bei der Super Bowl Halbzeitshow
Super Bowl in San Francisco Bild: Spc. Brandon C. Dyer Wikimedia Com.

Seahawks krönen sich im Rematch

Die Seattle Seahawks sind zurück auf dem NFL-Thron. Im mit Spannung erwarteten Rematch des Super Bowl 2014 setzte sich das Team aus dem Nordwesten am Sonntag mit 29:13 gegen die New England Patriots durch und sicherte sich den Titel gegen den sechsmaligen Champion. Auch wenn die Partie sportlich lange nicht hielt, was sie versprach, zog sie ein Millionenpublikum in ihren Bann.

Sam Darnold Super Bowl Champ Bild: @nfl via Instagram

Zähes Spiel mit spätem Offensivfeuerwerk

Auf dem Feld entwickelte sich zunächst eine defensive Auseinandersetzung. In den ersten drei Vierteln fielen lediglich zwölf Punkte, ein Umstand, der die Partie lange eher taktisch geprägt erscheinen ließ. Doch im Schlussabschnitt nahm das Spiel plötzlich Fahrt auf: 30 weitere Punkte sorgten für ein versöhnliches Offensivspektakel und letztlich für klare Verhältnisse zugunsten der Seahawks, die sich mit einer dominanten Schlussphase entscheidend absetzten.

Seahawks dominieren Patriots im Super Bowl LX

Walker als MVP  Bild: @nfl via Instagram

Die Seattle Seahawks haben sich eindrucksvoll zum Champion gekrönt. Im Super Bowl LX fertigte das Team um Quarterback Sam Darnold die New England Patriots im Stadion von Santa Clara mit 29:13 ab, in einer Partie, die lange von knallharter Defensivarbeit geprägt war und am Ende vor allem einen historischen Helden kannte: Kicker Jason Myers. Fünf Field Goals in einem Super Bowl, das hatte es zuvor noch nie gegeben.

Defensivschlacht mit historischen Negativzahlen

Das Duell zwischen dem NFC- und dem AFC-Champion begann als Lehrstunde in Sachen Verteidigung. Beide Abwehrreihen ließen kaum Raum für Big Plays, tiefe Pässe oder explosive Läufe. Während Seattle zumindest kontinuierlich Raumgewinn verbuchte, erlebten die Patriots eine Halbzeit zum Vergessen.

Gerade einmal 48 Yards Offensivproduktion brachte das Team um Quarterback Drake Maye in den ersten beiden Vierteln zustande, der drittschlechteste Wert in der Geschichte des Super Bowls. Maye wirkte in vielen entscheidenden Situationen überfordert, gewann nur zwei von zehn Third Downs bis tief ins dritte Viertel hinein. Achtmal musste New England punten. Zudem setzte es immer wieder heftigen Druck durch die Seahawks-Defense, insgesamt fünf Sacks, einer davon mit Fumble.

AJ Barner  Bild: @nfl via Instagram

Darnold stabil, aber lange ohne Touchdown

Auf der anderen Seite zeigte sich Sam Darnold, in seiner Karriere oft kritisiert und von Rückschlägen geprägt, bemerkenswert stabil. Besonders unter Druck behielt er die Ruhe. Doch in der Red Zone fehlte zunächst die letzte Präzision. Mehrfach stoppte New England das Laufspiel und Pässe unter anderem auf Routinier Cooper Kupp gerieten zu ungenau.

Die Konsequenz: Statt Touchdowns gab es Field Goals. Drei in der ersten Hälfte, ein viertes zu Beginn des dritten Viertels,

Super Bowl Champ Cooper Kupp Bild: @nfl via Instagram

darunter ein 41-Yard-Kick, der nur hauchdünn zwischen den Stangen landete. 12:0 führte Seattle, ohne offensiv zu glänzen, aber mit klarer Kontrolle.

Zehn Sekunden vor Ende des dritten Viertels folgte die vorentscheidende Szene. Wieder brach die Offensive Line der Patriots zusammen, Maye wurde zum fünften Mal gesackt und verlor dabei den Ball. Seattle nutzte das Geschenk eiskalt.

1:36 Minuten waren im Schlussviertel gespielt, als Darnold endlich den ersten Touchdown des Abends warf. Albert Javonte „AJ“ Barner fing den Pass in der rechten Ecke der Endzone, Myers erhöhte mit dem Extra-Punkt auf 19:0. Das Spiel schien entschieden.

Maye´s kurzes Aufbäumen und Myers’ Rekord

Doch die Patriots gaben noch nicht auf. Zwei spektakuläre Pässe auf Mack Hollins, der zweite zum Touchdown, brachten New England noch einmal auf 7:19 heran. Für einen Moment keimte Hoffnung auf ein Comeback auf, das an glorreiche Patriots-Zeiten erinnert hätte.

Doch Maye musste volles Risiko gehen und zahlte den Preis. Eine Interception beendete die kurze Aufholjagd. Seattle übernahm und erhöhte durch Myers’ fünftes Field Goal auf 22:7. Mit diesem Kick stellte der 34-Jährige einen alleinigen Super-Bowl-Rekord auf.

Walker als MVP, Macdonald mit Gatorade-Dusche

Bild: @nfl via Instagram

In der Schlussphase ging es nur noch um Ergebniskosmetik. Uchenna Nwosu erzielte einen weiteren Touchdown für Seattle, Rhamondre Stevenson antwortete für die Patriots. Am Ende stand ein deutliches 29:13 und die obligatorische Gatorade-Dusche für Seahawks-Coach Mike Macdonald.

Zum wertvollsten Spieler wurde Running Back Kenneth Walker gekürt. Mit seiner Dynamik und Konstanz war er der Motor der Offense, auch wenn ihm ein weiterer Touchdown wegen einer Strafe aberkannt wurde.

Quarterback Sam Darnold erklärte bei der Siegerehrung den Schlüssel zum Triumph:

„Unser Mindset war es, immer zusammenzuhalten, nie aufzugeben und in jedem Training alles zu investieren. Wir hatten eine absolut überragende Defensive, bei der müssen wir uns heute besonders bedanken.“

Für Seattle ist es ein Triumph der Geschlossenheit und für Jason Myers eine Nacht für die Geschichtsbücher.

Halbzeitshow setzt Maßstäbe und Zeichen

Bad Bunny Halftimeshow Bild: @nfl via Instagram

Einmal mehr erwies sich die Halbzeitshow als Quotengarant. Latino-Superstar Bad Bunny lockte durchschnittlich 128,2 Millionen Menschen vor die Bildschirme. Zwar blieb er damit knapp unter dem Rekordwert von Kendrick Lamar (133,5 Millionen im Vorjahr), doch insbesondere im spanischsprachigen Fernsehen setzte der Grammy-Gewinner neue Bestmarken.

Bei Telemundo schalteten im Schnitt 3,3 Millionen Zuschauer ein, während der Halbzeitshow stieg die Zahl auf 4,8 Millionen, Rekordwerte im US-spanischsprachigen TV. Bad Bunny schrieb zudem Geschichte als erster Headliner, der ausschließlich auf Spanisch performte.

Der Auftritt war im Vorfeld politisch aufgeladen gewesen. Der Musiker hatte mit kritischen Äußerungen für Diskussionen gesorgt und unter anderem US-Präsident Donald Trump verärgert. Auch während der Show setzte er mehrfach sichtbare Zeichen gegen Diskriminierung  und verlieh dem sportlichen Großereignis damit zusätzliche gesellschaftliche Relevanz.

So bleibt der Super Bowl LX nicht nur wegen des Seahawks-Triumphs in Erinnerung, sondern auch als mediales und kulturelles Großereignis, das erneut die enorme Strahlkraft der NFL unter Beweis stellte.

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Philip C. Nelles

Als Head of Editorial von Sports Mag steht Philip C. Nelles für eine Berichterstattung, die Sport in all seinen Facetten sichtbar macht – kompetent, kritisch und nah dran. Mit langjähriger Erfahrung und einem feinen Gespür für relevante Themen führt er das Magazin redaktionell und inhaltlich.
Ob große Turniere, gesellschaftliche Entwicklungen im Sport oder persönliche Geschichten hinter den Kulissen – seine Artikel verbinden fundierte Recherche mit erzählerischer Tiefe.

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