Cristiano Ronaldo hat das Trainingslager der portugiesischen Nationalmannschaft vor dem Nations-League-Spiel gegen Dänemark verlassen. Die Umstände sorgen für neue Spekulationen über das Ende seiner Nationalmannschaftskarriere.
Es sollte möglicherweise eine der letzten großen Episoden seiner außergewöhnlichen Nationalmannschaftskarriere werden. Stattdessen sorgt Cristiano Ronaldo wenige Stunden vor Portugals Spiel gegen Dänemark für Schlagzeilen abseits des Platzes.

Der 41-Jährige verließ das portugiesische Teamquartier vorzeitig und flog mit einem Privatjet nach Madrid. Vorausgegangen war eine Pressekonferenz von Nationaltrainer Jorge Jesus, bei der dieser Ronaldo keinen Einsatz gegen Dänemark garantierte.
„Wenn ich ihn brauche, wird er eingewechselt“
, erklärte Jesus. Sollte er den Kapitän nicht benötigen, werde Ronaldo nicht zum Einsatz kommen. Für den Superstar offenbar ein Anlass, die Situation neu zu bewerten.
Eine Entscheidung mit weitreichenden Folgen
Ronaldo selbst bestätigte seinen vorzeitigen Abschied aus dem Camp und deutete gleichzeitig ein mögliches Ende seiner Nationalmannschaftskarriere an. In einer Stellungnahme kündigte er an, zu einem späteren Zeitpunkt die Gründe für seine Entscheidung öffentlich erklären zu wollen.
Damit steht plötzlich die Frage im Raum, ob seine Zeit im portugiesischen Nationaltrikot nach mehr als zwei Jahrzehnten tatsächlich beendet ist.

Seit seinem Debüt im August 2003 absolvierte Ronaldo 234 Länderspiele und erzielte 146 Tore. 2016 führte er Portugal zum Europameistertitel in Frankreich, der bislang größte Erfolg in der Geschichte der portugiesischen Nationalmannschaft.
Der Konflikt schwelt bereits länger
Die aktuelle Entwicklung kommt nicht völlig überraschend. Beim 2:1-Sieg Portugals gegen Norwegen saß Ronaldo erstmals seit vielen Jahren über die gesamte Spielzeit auf der Bank. Nach der Partie ging er unmittelbar in die Kabine.

Jesus versuchte anschließend, die Situation herunterzuspielen. Dass ein Spieler enttäuscht sei, wenn er sich lange aufwärme und anschließend nicht eingesetzt werde, könne er nachvollziehen. Als Trainer müsse er jedoch die Entscheidung treffen, wer auf dem Platz stehe.
Vor dem Spiel gegen Dänemark zeichnete sich erneut ein Platz auf der Bank für Ronaldo ab.
Die Nummer 7 ist bereits neu vergeben
Besonders symbolträchtig ist eine weitere Entwicklung: Portugals Fußballverband vergab Ronaldos legendäre Rückennummer 7 für die Partie gegen Dänemark an Rafael Leão.
Die Zahl ist seit Jahren untrennbar mit Ronaldos Marke „CR7“ verbunden. 2008 hatte er die Nummer von Portugals damaligem Superstar Luís Figo übernommen.
Dass die Nummer unmittelbar nach Ronaldos Abreise neu vergeben wurde, dürfte deshalb besondere Aufmerksamkeit auf sich ziehen. Ob dies lediglich eine sportliche Entscheidung für das einzelne Spiel oder ein Zeichen für einen dauerhaften Wechsel ist, bleibt offen.
Auch innerhalb der Familie gibt es Kritik
Zusätzliche Schärfe erhielt die Debatte durch Ronaldos Schwester Elma Aveiro. Sie kritisierte in sozialen Medien den Umgang mit ihrem Bruder und schrieb, Ronaldo habe mehr Respekt verdient.

Offiziell ist jedoch weiterhin nicht abschließend geklärt, ob Ronaldo tatsächlich seinen Rücktritt aus der Nationalmannschaft vollziehen wird. Seine eigene Ankündigung, die Hintergründe später erläutern zu wollen, lässt Raum für weitere Entwicklungen.
Hinzu kommt: Nach Angaben des portugiesischen Fußballverbands können Spielern bei einem unbegründeten Fernbleiben von Aktivitäten der Nationalmannschaft Disziplinarstrafen drohen. Im Raum steht demnach eine mögliche Sperre von bis zu sechs Monaten.
Das Ende einer Ära?
Ronaldo hatte zuletzt ein klares persönliches Ziel formuliert: Er wollte im Nationaltrikot noch die Marke von 1.000 Pflichtspieltoren erreichen. Vor der aktuellen Länderspielpause fehlten ihm dafür noch 21 Treffer.
Ob er diese Marke tatsächlich noch im portugiesischen Trikot erreichen kann, ist nun völlig offen.
Fest steht dagegen, dass sich eine der längsten und erfolgreichsten Nationalmannschaftskarrieren der Fußballgeschichte ihrem möglichen Ende nähert. Seit 2003 hat Ronaldo Portugals Fußball geprägt wie kaum ein anderer Spieler.

Quelle: ZDF
Nun könnte eine Karriere, die mit einem Teenager im Nationaltrikot begann und mit dem Europameistertitel 2016 ihren größten Triumph erlebte, auf ungewöhnliche Weise zu Ende gehen.
Die angekündigte Erklärung Ronaldos dürfte deshalb mit Spannung erwartet werden. Erst dann wird sich genauer beurteilen lassen, was hinter seiner überraschenden Abreise aus dem portugiesischen Teamcamp steckt.
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