Er galt als einer der gefürchtetsten Boxer aller Zeiten. Doch während Mike Tyson seine Gegner mit explosiver Schlagkraft bezwang, kämpfte er privat gegen eine gefährliche Drogensucht. In einer neuen Netflix-Dokumentation blickt die Box-Legende auf dramatische Momente zurück und schildert eine Überdosis, die ihn besonders geprägt hat.
Mike Tyson kennt die großen Siege, die spektakulären K.-o.-Erfolge und die Schattenseiten eines Lebens im Rampenlicht. Als jüngster Schwergewichts-Weltmeister der Boxgeschichte schrieb er 1986 Sportgeschichte. Doch abseits des Rings geriet sein Leben immer wieder aus der Kontrolle. Seine Drogensucht führte ihn in gefährliche Situationen, die ihm bis heute in Erinnerung geblieben sind.
In der vierteiligen Netflix-Dokuserie „Tyson“ spricht der inzwischen 60-Jährige offen über diese schwierige Zeit. Besonders eindringlich schildert er eine Überdosis, die ihn körperlich und psychisch an seine Grenzen brachte.
„Ich war blutüberströmt und völlig außer mir“
Tyson beschreibt den Moment als einen der schlimmsten Tiefpunkte seines Lebens. Er habe stark geschwitzt, aus der Nase geblutet und sich in einem hysterischen Zustand befunden. Zwar sei es in der Vergangenheit bereits mehrfach zu Überdosierungen gekommen, doch dieses Erlebnis sei besonders extrem gewesen.

Die Aussagen verdeutlichen, wie weit sich der frühere Weltmeister von seinem Image als nahezu unbezwingbarer Athlet entfernt hatte. Im Ring konnte er mit seiner Kraft und seinem aggressiven Kampfstil Gegner einschüchtern. Gegen die eigene Abhängigkeit half ihm diese Stärke jedoch nicht.
Tysons Offenheit gibt einen Einblick in eine Lebensphase, die von gesundheitlichen Gefahren und wiederholten Rückschlägen geprägt war. Zugleich zeigt seine Geschichte, dass selbst außergewöhnlicher sportlicher Erfolg keinen Schutz vor persönlichen Krisen bietet.
Seine Ehefrau wurde zu einer wichtigen Stütze
Auf dem Weg aus der Sucht spielte seine Ehefrau Lakiha Spicer eine wichtige Rolle. Die beiden sind seit 2009 verheiratet. Gemeinsam mit Menschen aus ihrem Umfeld suchte sie nach Möglichkeiten, Tyson zu unterstützen und ihm dabei zu helfen, wieder gesund zu werden.
Die Suche führte schließlich zu einem ungewöhnlichen Ansatz. Ein Bekannter stellte den Kontakt zu einem Schamanen her, der eine Behandlung mit 5-MeO-DMT anbot. Dabei handelt es sich um eine stark psychedelisch wirkende Substanz, die unter anderem im Sekret der Kröte Incilius alvarius vorkommt.
Tyson ließ sich auf diese Erfahrung ein und beschreibt die Wirkung als überwältigend. Nach seinen eigenen Angaben habe er die Substanz inzwischen mehr als 100-mal konsumiert. Er erklärt zudem, seitdem auf Kokain und Alkohol zu verzichten.
Ein ungewöhnlicher Weg, aber kein allgemeines Heilmittel
Tysons Schilderungen werfen auch Fragen über den Umgang mit Suchterkrankungen auf. Psychedelische Substanzen werden zwar wissenschaftlich auf mögliche therapeutische Anwendungen untersucht, doch die Erfahrungen eines Einzelnen sind kein Beleg für eine allgemein wirksame Behandlung.

Insbesondere 5-MeO-DMT kann intensive psychische und körperliche Reaktionen auslösen und erhebliche Risiken bergen. Eine eigenständige Anwendung ist deshalb kein sicherer Weg, eine Abhängigkeit zu überwinden. Dafür sind eine fachkundige medizinische Begleitung und individuell abgestimmte Hilfsangebote entscheidend.
Für Tyson scheint die Erfahrung nach eigener Darstellung einen Wendepunkt markiert zu haben. Seine Aussagen lassen erkennen, wie wichtig für ihn die Suche nach einem Ausweg aus der Abhängigkeit war.
Vom jüngsten Weltmeister zum Kampf um ein neues Leben
Mike Tyson wurde 1986 im Alter von nur 20 Jahren zum jüngsten Schwergewichts-Weltmeister der Geschichte. Mit seiner enormen Schlagkraft, seiner Schnelligkeit und seinem kompromisslosen Stil dominierte er zahlreiche Gegner. Sein Name wurde zum Synonym für Furcht und Durchsetzungskraft im Boxring.
Doch sein Leben verlief nicht ausschließlich entlang sportlicher Erfolge. Immer wieder sprach Tyson öffentlich über persönliche Krisen und seinen problematischen Umgang mit Drogen. Die neue Dokumentation rückt nun erneut jene Erfahrungen in den Mittelpunkt, die hinter der Fassade des berühmten Champions lagen.
Quelle: SportBild.de
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