Littler krönt sich erneut zum Darts-König
Luke Littler hat es wieder getan. Der erst 18 Jahre alte Engländer reckte am Samstagabend im Londoner Alexandra Palace den WM-Pokal in die Höhe und verteidigte seinen Titel bei der Darts-Weltmeisterschaft der PDC eindrucksvoll. Im Finale ließ „The Nuke“ dem Niederländer Gian van Veen keine Chance und gewann klar mit 7:1 nach Sätzen.

Es war Littlers dritte Finalteilnahme im legendären „Ally Pally“ und bereits sein zweiter WM-Triumph. Eine Titelverteidigung gelang in der Geschichte der PDC-WM zuvor nur absoluten Legenden wie Phil Taylor, Adrian Lewis und Gary Anderson. Littler hat sich mit seinem Erfolg nun endgültig in diesen Kreis eingereiht.
Dabei begann das Endspiel für den Favoriten holprig. Littler vergab im ersten Satz mehrere Satzdarts, was van Veen eiskalt ausnutzte und überraschend mit 1:0 in Führung ging. Doch die frühe Delle wirkte eher wie ein Weckruf. Sichtbar verärgert steigerte sich Littler anschließend massiv und spielte Darts auf einem Niveau, dem sein Gegner kaum etwas entgegensetzen konnte.
Vor allem ab dem dritten Satz drehte der Weltranglistenerste auf. Mit überragendem Scoring, hohem Tempo und einer beeindruckenden Ruhe dominierte Littler das Geschehen. Ein Drei-Darts-Average von über 115 Punkten im dritten Durchgang unterstrich seine Extraklasse. Satz um Satz zog der Teenager davon, selbst kleinere Unterbrechungen, eine Wespe auf der Bühne oder ein Boardwechsel nach einer kleinen Verletzung van Veens – brachten ihn nicht aus dem Rhythmus.
Gian van Veen, erstmals in einem WM-Finale, spielte keineswegs schlecht. Doch immer wieder ließ der 23-Jährige Chancen auf die Doppel liegen. Gegen einen Littler in dieser Form waren diese verpassten Möglichkeiten tödlich. Nach zuvor zehn verlorenen Legs gelang van Veen im achten Satz zwar noch ein Achtungserfolg, am klaren Ausgang der Partie änderte das jedoch nichts.

Mit einem High Finish machte Littler schließlich alles klar. Nach dem letzten Dart wich die Lockerheit der Erleichterung, bei der Siegerehrung standen dem jungen Weltmeister Tränen in den Augen.
„Es fühlt sich großartig an.”
– Luke Littler
“Das erste Mal war so schön, dass ich es gleich zweimal machen musste“, sagte Littler später. Neben der Sid-Waddell-Trophy kassierte er ein Rekordpreisgeld von einer Million Pfund, das er selbst als „absolut lebensverändernd“ bezeichnete.

Doch satt ist der neue alte Champion noch lange nicht. Das nächste Ziel ist bereits formuliert: der dritte WM-Titel in Serie. „Das Triple ist definitiv das Ziel“, kündigte Littler an, auch wenn ihn ein Detail weiterhin wurmt. Der perfekte Neundarter blieb ihm erneut verwehrt. „Ich wollte ihn unbedingt. Es sollte nicht sein. Ich versuche es nächstes Jahr wieder“, versprach er.
Für van Veen überwog trotz der deutlichen Niederlage am Ende der Stolz. Als neuer Weltranglistendritter und Nummer eins der Niederlande hat er den endgültigen Durchbruch geschafft. „Gegen Luke wollte ich ein ausgeglichenes Match spielen, aber ich habe meine Chancen nicht genutzt“, räumte er ein. Zugleich machte er klar: „Die Jungen sind da. Ich glaube, dieses Spiel gehört jetzt uns.“
Das WM-Finale 2026 war damit mehr als nur ein Endspiel, es war ein weiteres Ausrufezeichen des Generationenwechsels im Darts. Und im Zentrum steht weiterhin ein Name: Luke Littler.