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Warum du in deiner Fantasy-Liga zwei Quarterbacks starten solltest

Juli 1, 2026
3 Minuten Lesezeit

Zehn der vergangenen zwölf Nummer-eins-Picks im NFL Draft waren Quarterbacks. Die vergangenen 13 regulären Saison-MVPs waren Quarterbacks. Josh Allen hat in sechs aufeinanderfolgenden Spielzeiten mindestens 350 Fantasy-Punkte gesammelt, Drake Maye schaffte das in seiner erst zweiten NFL-Saison. Die NFL ist das Quarterback-Produkt schlechthin, und trotzdem starten die meisten Fantasy-Ligen mit einem einzigen QB-Starter in die Saison. Das ist, als würde man ein Steakhouse eröffnen und die Karte auf Beilagen beschränken.

Was die Zahlen sagen

Quarterbacks sammelten in der vergangenen Saison laut ESPN insgesamt 168 Spiele mit mindestens 20 Fantasy-Punkten, mehr als neun pro Woche im Schnitt und mehr als jede andere einzelne Position. Wide Receiver kamen mit 167 solcher Spiele am nächsten heran. In einer Zehner-Liga mit je einem QB-Starter gehen viele dieser 20-Punkte-Leistungen schlicht verloren. Mit zwei Startern hingegen, also im Superflex- oder 2QB-Format, landen laut ESPN 80 Prozent dieser Spiele in einem aktiven Lineup, statt der 43 Prozent, die im Standard-Einzel-QB-Betrieb tatsächlich gezählt werden.

Der Unterschied ist nicht marginal. Er ist der Kern des Arguments.

Was der Vergleich zeigt

Ein Superflex-Slot, in ESPN-Ligen als „OP“ (Offensive Player) geführt, kann mit einem QB, RB, WR oder TE besetzt werden. In der Praxis, so ESPN, zeigen die Zahlen, dass ein Quarterback in diesem Slot priorisiert werden sollte. Der Vorteil gegenüber einem reinen 2QB-Slot: Wer in einer Woche verletzungsbedingt oder wegen Bye-Wochen keinen zweiten brauchbaren QB hat, kann auf einen anderen Skill-Positionsspieler ausweichen.

Im Superflex-Format verändert sich die Draft-Logik grundlegend. Josh Allen ist laut ESPN absolut legitim als Overall-Pick-eins zu betrachten. Lamar Jackson, Jayden Daniels und Drake Maye sind First-Round-Kandidaten. Sechs Quarterbacks, so ESPN, verdienen in einer Zehner-Liga Berücksichtigung in der ersten Runde: Allen, Jackson, Daniels, Maye, Joe Burrow und Jalen Hurts. Im aktuellen Halbpunkt-PPR-Mock-Draft von ESPN wurden Allen in Runde vier (Pick 33), Daniels in Runde sechs (Pick 51) und Jackson in Runde sechs (Pick 59) gezogen, also deutlich früher als in Standard-Ligen üblich, aber noch immer hinter den Top-Runnern und Receivern.

Das ist der zweite Effekt des Formats: Es zwingt Fantasy-Manager, den gesamten QB-Pool zu scouten, nicht nur die halbe Dutzend Elitespieler. Über die letzten zehn Wochen der vergangenen Saison war Trevor Lawrence der punktstärkste Fantasy-Quarterback der Liga, fünfmal über 20 Punkte, insgesamt 226,08 Zähler. Trotzdem startete ihn in keiner dieser Wochen mehr als ein Viertel aller ESPN-Ligen. Jacoby Brissett, der für den verletzten Kyler Murray einsprang, erzielte in elf seiner zwölf Starts mindestens 15 Punkte und kam auf 227,24 Punkte über 13 Wochen, sechstbester Wert an der Position. In Standard-Ligen startete ihn nie mehr als die Hälfte der Teams. In Superflex-Ligen waren beide Quarterbacks laut ESPN für den Großteil der zweiten Saisonhälfte feste Starter.

Wo das Argument eine Grenze hat

Quelle: Instagram @patrickmahomes

Das Superflex-Format setzt voraus, dass genug Quarterbacks mit vertretbarem Wert existieren, um alle Teams zu versorgen. In einer Zehner-Liga mit zwei Startern braucht man potenziell 20 startbare QBs. Das ist machbar, verlangt aber echte Scouting-Arbeit. Wer 2026 nur die gesetzten Namen kennt, wird in Runde acht oder neun ohne brauchbaren zweiten Starter dastehen.

Dazu kommt das Touchdown-Regression-Problem, das die Saison 2026 für mehrere Schlüsselspieler kompliziert. ESPN-Analyst Mike Clay weist darauf hin, dass seit 2012 in 95,3 Prozent aller Fälle, in denen ein Spieler 14 oder mehr Touchdowns erzielte, die Zahl im Folgejahr sank. Die durchschnittliche Abnahme lag bei 8,0 Scores. Josh Allen erzielte 2025 insgesamt 14 Touchdowns und ist für 2026 auf zwölf projiziert. James Cook III kam auf 14 TDs und ist auf 13 projiziert. Jonathan Taylor führte die Liga mit 20 Rushing-Touchdowns an und ist auf 13 projiziert. Diese Regression trifft vor allem die Spieler, die in Superflex-Ligen früh gezogen werden, und wer sie ignoriert, überzahlt in der Auktion oder im Snake-Draft.

Wer 2026 auf Kyler Murray bei den Minnesota Vikings setzt, auf Tyler Shough oder auf Raiders-Rookie Fernando Mendoza, muss wissen, dass alle drei in Standard-Ligen kaum eine Rolle spielen. Im Superflex-Format sind sie hingegen relevante Scouting-Objekte, weil sie als zweiter Starter funktionieren können. Ob Murrays Wechsel in ein passlastigeres Umfeld ausreicht, ob Shoughs Saisonfinish ein Durchbruch war oder eine Ausnahme, ob Mendoza als Rookie-Starter überhaupt trägt: In einem Standard-Format sind diese Fragen Zeitverschwendung. Im Superflex-Format entscheiden sie über Playoff-Chancen.

Was daraus folgt

Quelle: Instagram @patrickmahomes

Superflex- und 2QB-Formate bilden das NFL-Spiel genauer ab als Standard-Ligen. Sie verlangen mehr Vorbereitung, belohnen aber breiteres Wissen und machen Quarterbacks zu dem, was sie auf dem Feld sind: zur wichtigsten Position. ESPN empfiehlt den Superflex-Slot gegenüber einem reinen zweiten QB-Slot, weil er Flexibilität bei Verletzungen und Bye-Wochen bietet.

Wer die Umstellung scheut, sollte sich eine Zahl merken: 80 Prozent der 20-Punkte-QB-Leistungen landen im Superflex-Format in einem aktiven Lineup. 43 Prozent in einer Standard-Liga. Der Rest ist verschwendetes Potenzial.

Quellen: ESPN

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