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Russell Westbrook: Das Vermächtnis des Triple-Double-Königs

Westbrook beendet NBA-Karriere
August 17, 2026
3 Minuten Lesezeit
Russell Westbrook: Das Vermächtnis des Triple-Double-Königs
Russel Westbrook

Nach 18 NBA-Saisons ist Schluss: Russell Westbrook beendet seine Karriere. Der ehemalige MVP verabschiedet sich als einer der spektakulärsten, aber auch kontroversesten Point Guards seiner Generation. Seine Karriere war geprägt von Rekorden, außergewöhnlicher Athletik und einer Intensität, die ihn über Jahre zu einer der prägendsten Figuren der NBA machte.

Russell Westbrook hat einen Schlussstrich unter seine NBA-Karriere gezogen. Nach 18 Spielzeiten und zuletzt einer Saison bei den Sacramento Kings wird der 37-Jährige nicht mehr auf das Parkett zurückkehren. „Manchmal weiß man gar nicht, wann man das Ende schon gesehen hat“, schrieb Westbrook in seinem Abschied. „Man musste dabei sein. Und jetzt ist es vorbei.“

Damit endet die Laufbahn eines Spielers, der die NBA über mehr als ein Jahrzehnt hinweg mit seinem einzigartigen Stil geprägt hat.

Vom explosiven Talent zum MVP

Als vierter Pick des Drafts 2008 kam Westbrook zu den Oklahoma City Thunder. Schon früh wurde deutlich, dass dieser Guard anders war. Mit 1,93 Metern verfügte er über eine außergewöhnliche Athletik, enorme Sprungkraft und eine Geschwindigkeit, mit der er Verteidigungen regelrecht überrennen konnte.

In Oklahoma City entwickelte sich Westbrook gemeinsam mit Kevin Durant zu einem Superstar. 2012 erreichten die Thunder die NBA-Finals. Später verließ zunächst James Harden das Team, anschließend Durant. Westbrook blieb und übernahm endgültig die Hauptrolle.

Bild: @nba via Instagram

Die Saison 2016/17 wurde zum Höhepunkt seiner individuellen Karriere. Westbrook erzielte durchschnittlich 31,6 Punkte, 10,7 Rebounds und 10,4 Assists pro Spiel. Damit gelang ihm als erst zweitem Spieler nach Oscar Robertson ein Triple-Double im Schnitt über eine komplette Saison. Die NBA belohnte diese historische Leistung mit dem MVP-Titel.

In den folgenden Jahren machte Westbrook das Triple-Double beinahe zu seinem Markenzeichen. Er sammelte statistische Bestleistungen und schrieb sich immer tiefer in die Rekordbücher der NBA ein.

Ein Superstar mit unbändiger Energie

Westbrook war nie ein Spieler, der unauffällig über das Parkett ging. Jeder Ballbesitz wirkte bei ihm wie ein persönlicher Auftrag. Er spielte mit einer Intensität, die ihn für Fans elektrisierend und für Gegner unangenehm machte.

Seine explosiven Drives zum Korb, spektakulären Dunks und aggressiven Attacken machten ihn zu einem der aufregendsten Spieler seiner Zeit. Gleichzeitig war genau diese kompromisslose Spielweise auch Teil des Problems.

Denn Westbrook ging immer volles Risiko. Er nahm Würfe, die andere Spieler nicht genommen hätten, suchte schwierige Pässe und griff selbst dann an, wenn eine ruhigere Entscheidung sinnvoller gewesen wäre. Seine Stärken und Schwächen lagen deshalb häufig unmittelbar nebeneinander.

Bild: @nba via Instagram

Der schwierige zweite Karriereabschnitt

Nach seiner Zeit in Oklahoma City begann 2019 ein neues Kapitel. Westbrook spielte nacheinander für die Houston Rockets, Washington Wizards und Los Angeles Lakers. Was zuvor als Superkraft gegolten hatte, wurde zunehmend zur Herausforderung.

Verletzungen kosteten ihn einen Teil seiner früheren Athletik. Gleichzeitig musste er seine Rolle verändern. Jahrelang war Westbrook der Spieler gewesen, um den sich ein komplettes Team drehen konnte. Nun sollte er sich in bestehende Systeme einfügen.

Bild: @nba via Instagram

Besonders bei den Lakers wurde dieser Wandel sichtbar. Gemeinsam mit LeBron James und Anthony Davis sollte Westbrook um den Titel spielen. Stattdessen entwickelte sich die Zusammenarbeit zu einem der meistdiskutierten Themen der Liga. Seine Leistungen konnten nicht mehr mit den Erwartungen an einen ehemaligen MVP mithalten.

2023 endete seine Zeit in Los Angeles mit einem Trade zu den Utah Jazz. Kurz darauf schloss er sich den Los Angeles Clippers an. Später folgten die Denver Nuggets und schließlich die Sacramento Kings.

Vom Franchise-Spieler zum Rollenspieler

In der letzten Phase seiner Karriere akzeptierte Westbrook zunehmend eine kleinere Rolle. Bei den Clippers, Nuggets und Kings war er nicht mehr der Mittelpunkt des Spiels. Trotzdem bewies er, dass er weiterhin auf NBA-Niveau mithalten konnte.

Bei den Nuggets spielte er an der Seite von Nikola Jokić, in Sacramento absolvierte er schließlich seine letzte Saison. Der Superstar von einst war zum erfahrenen Rollenspieler geworden.

Gerade dieser Wandel macht Westbrooks Karriere so interessant. Viele große Sportler haben Schwierigkeiten damit, wenn ihre körperlichen Fähigkeiten nachlassen. Bei Westbrook wurde dieser Prozess besonders deutlich, weil sein Spiel so stark auf Energie, Geschwindigkeit und Athletik aufgebaut war.

Bild: @nba via Instagram

Kein Meistertitel – aber ein bleibender Eindruck

Ein Makel bleibt: Westbrook gewann nie die NBA-Meisterschaft. Trotz 135 Playoff-Spielen und zahlreicher erfolgreicher Regular Seasons gelang ihm der ganz große Triumph nicht.

Sein Vermächtnis lässt sich deshalb nicht allein an Meisterschaften messen. Neun All-Star-Nominierungen, neun All-NBA-Auszeichnungen, zwei Scoring-Titel und ein MVP-Titel sprechen für sich. Vor allem aber hat Westbrook eine Ära geprägt, in der das Triple-Double wieder zu einem zentralen Bestandteil der NBA-Kultur wurde.

Auch abseits des Courts hinterließ er Spuren. Mit seiner „Why Not? Foundation“ engagierte er sich in den Städten, in denen er spielte, und unterstützte verschiedene soziale Projekte.

Ein Vermächtnis voller Widersprüche

Russell Westbrook war Superstar und Rollenspieler, Rekordjäger und umstrittener Entscheidungsträger, Publikumsliebling und Zielscheibe der Kritik.

Gerade diese Widersprüche machen seine Karriere außergewöhnlich. In seiner Prime konnte er ein Spiel innerhalb weniger Minuten an sich reißen und eine gesamte Halle elektrisieren. Gleichzeitig führten sein riskanter Spielstil und seine schwierige Anpassung an veränderte Rollen immer wieder zu Diskussionen.

Trotz aller Kritik bleibt eines unbestritten: Westbrook hat die NBA geprägt.

Er war ein Spieler, bei dem man nie wusste, was als Nächstes passieren würde. Ein explosiver Athlet, ein historischer Triple-Double-Sammler und ein Basketballer, der seine Karriere mit einer Intensität lebte, die nur wenige erreichen.

Nun ist die Nummer 0 Geschichte. Nach 18 NBA-Saisons geht einer der aufregendsten Point Guards seiner Generation von der Bühne. Einen NBA-Titel hat Russell Westbrook nicht gewonnen. Seinen Platz in der Geschichte der Liga hat er sich trotzdem gesichert.

Quelle: sportsillustrated

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