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NFL Week 8: Historische Kuriositäten, bittere Pleiten und ein spektakulärer Machtwechsel

Das gab es seit 52 Jahren nicht
November 2, 2026
5 Minuten Lesezeit
NFL Week 8: Historische Kuriositäten, bittere Pleiten und ein spektakulärer Machtwechsel
Bild: @buccaneers/ Instagram

Die achte Woche der NFL-Saison 2026 hatte wieder alles zu bieten, was American Football so unberechenbar macht. Tampa Bay gewinnt ohne einen einzigen erfolgreichen Pass, Denver stürzt Kansas City im direkten Duell und Cincinnati beweist eindrucksvoll seine Comeback-Qualitäten. Währenddessen erleben die Dallas Cowboys den nächsten Rückschlag und müssen ihre Play-off-Ambitionen zunehmend hinterfragen.

Die NFL schreibt ihre eigenen Geschichten und Woche acht lieferte gleich mehrere davon. Zwischen historischen Statistiken, dramatischen Schlussphasen und überraschenden Ergebnissen wurde deutlich, wie eng Erfolg und Misserfolg in dieser Liga beieinanderliegen.

Tampa Bay gewinnt ohne Passspiel – eine historische Sensation

Was sich im Raymond James Stadium in Tampa abspielte, dürfte noch lange in Erinnerung bleiben. Die Tampa Bay Buccaneers besiegten die Atlanta Falcons mit 16:0, obwohl Quarterback Baker Mayfield keinen einzigen seiner drei Passversuche an den eigenen Mann bringen konnte.

Bild: @nfl/ Instagram

Ein NFL-Spiel ohne erfolgreichen Pass zu gewinnen, ist eine absolute Rarität. Zuletzt war dies 1974 den Buffalo Bills gelungen. Mehr als fünf Jahrzehnte später wiederholt Tampa Bay dieses Kunststück.

Der Schlüssel zum Erfolg lag auf dem Boden. Bucky Irving erlief 170 Yards und einen Touchdown, Kenneth Gainwell steuerte weitere 140 Yards bei. Insgesamt kamen die Buccaneers auf beeindruckende 324 Rushing Yards. Die Falcons fanden dagegen überhaupt kein Mittel gegen das Laufspiel.

Besonders bitter verlief der Nachmittag für Atlanta-Quarterback Michael Penix Jr. Seine 24 Passversuche endeten viermal in den Händen der gegnerischen Verteidigung. Ohne Touchdown und ohne Punkte blieb den Falcons am Ende nur eine ernüchternde Niederlage.

Für Tampa Bay ist dieser Erfolg auch ein Zeichen der sportlichen Wiederbelebung. Nach einem schwachen Saisonstart mit vier Niederlagen in Folge scheint die Mannschaft zunehmend ihren Rhythmus gefunden zu haben.

Denver beendet die Chiefs-Dominanz – Mahomes ohne Antwort

Das Spitzenspiel des Spieltags fand in Denver statt. Die Broncos empfingen die Kansas City Chiefs und lieferten sich mit dem Division-Rivalen einen packenden Schlagabtausch.

Lange sah es nach einem weiteren Erfolg für Patrick Mahomes und Kansas City aus. Mit einer 24:13-Führung gingen die Chiefs in das Schlussviertel. Doch Denver gab sich nicht geschlagen.

Bild: @nfl/ Instagram

Quarterback Bo Nix führte seine Mannschaft mit einer starken Angriffsserie zurück ins Spiel. Anschließend brachte Running Back Jonah Coleman die Broncos mit einem spektakulären Lauf und einem Touchdown endgültig in Führung.

Beim Stand von 28:24 bekam Mahomes noch einmal die Gelegenheit, das Spiel zu drehen. Die Chiefs arbeiteten sich bis unmittelbar vor die gegnerische Endzone vor. Doch ausgerechnet in der entscheidenden Situation versagte die Offensive.

Ein unvollständiger Pass, ein gestoppter Lauf und schließlich eine Strafe wegen eines Fehlstarts brachten Kansas City in Schwierigkeiten. Beim letzten Versuch wurde Mahomes von Malcolm Roach zu Boden gebracht.

Denver feierte damit einen enorm wichtigen 28:24-Erfolg und übernimmt mit vier Siegen in Serie die Führung in der AFC West. Kansas City hingegen kassiert die zweite Niederlage hintereinander. Die Kräfteverhältnisse innerhalb der Division könnten sich damit nachhaltig verschieben.

Cincinnati beweist Comeback-Qualitäten

Ein echtes Offensivspektakel erlebten die Zuschauer beim Duell zwischen den Cincinnati Bengals und den Tennessee Titans. Cincinnati setzte sich nach Verlängerung mit 43:36 durch und bewies dabei eine beeindruckende mentale Stärke.

Dabei begann die Partie alles andere als vielversprechend. Die Bengals lagen früh mit 0:13 zurück und mussten im weiteren Spielverlauf mehrfach einem Rückstand hinterherlaufen.

Bild: @nfl/ Instagram

Besonders dramatisch wurde es im Schlussviertel. Nachdem Cincinnati zwischenzeitlich die Führung übernommen hatte, gingen die Titans erneut mit 36:29 in Front. Weniger als vier Minuten blieben den Bengals für eine Antwort.

Joe Burrow übernahm Verantwortung und führte seine Offensive über 81 Yards zum Ausgleich. In der Verlängerung legte Cincinnati nach und sicherte sich schließlich den Sieg.

Burrow zeigte vor allem in der entscheidenden Spielphase eine herausragende Leistung. Gemeinsam mit seinen Receivern Ja’Marr Chase und Tee Higgins brachte er die Offensive wieder auf Kurs.

Eine wichtige Rolle spielte auch Neuzugang Dexter Lawrence II. Der Defensive Tackle setzte mit einem Sack kurz vor Ende der regulären Spielzeit ein entscheidendes Zeichen.

Der Sieg könnte für Cincinnati mehr sein als nur ein weiterer Erfolg in der Tabelle. Die Mannschaft hat gezeigt, dass sie auch unter großem Druck zusammenbleiben und schwierige Situationen meistern kann.

Dallas Cowboys: Wieder einmal selbst im Weg

Bei den Dallas Cowboys wird die Stimmung dagegen immer angespannter. Gegen die Arizona Cardinals verspielte Dallas eine komfortable 24:10-Führung im letzten Viertel und verlor schließlich mit 30:33 nach Verlängerung.

Dabei schien die Partie bereits entschieden. Doch Arizona fand plötzlich zurück ins Spiel. Ersatz-Quarterback Gardner Minshew brachte drei Touchdown-Pässe an und führte seine Mannschaft zu einer beeindruckenden Aufholjagd.

Sechs Sekunden vor dem Ende der regulären Spielzeit hatten die Cardinals sogar die Möglichkeit, das Spiel mit einem Extrapunkt zu entscheiden. Kicker Chad Ryland vergab jedoch überraschend.

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Dallas bekam damit eine zweite Chance. Doch auch in der Verlängerung fehlte der Mannschaft die nötige Konsequenz. Nach einem erfolglosen Angriff übernahmen die Cardinals erneut den Ball. Diesmal machte Ryland seinen Fehler wieder gut und verwandelte das entscheidende Field Goal zum 33:30.

Für die Cowboys ist diese Niederlage besonders schmerzhaft. Wieder einmal verspielte die Mannschaft eine Führung, wieder einmal fehlte in den entscheidenden Momenten die Stabilität.

Die Play-off-Hoffnungen bekommen damit einen weiteren Dämpfer. Dallas muss dringend Antworten finden, wenn die Saison nicht erneut in einer sportlichen Enttäuschung enden soll.

Jacksonville setzt ein Ausrufezeichen

Auch die Jacksonville Jaguars gehörten zu den Gewinnern des Wochenendes. Gegen die Indianapolis Colts gelang ein überzeugender 42:7-Erfolg.

Bereits zur Halbzeit führte Jacksonville mit 28:0. Die Offensive funktionierte nahezu nach Belieben, während die Defensive Indianapolis kaum Entfaltungsmöglichkeiten ließ.

Bild: @nfl/ Instagram

Quarterback Trevor Lawrence überzeugte mit einer effizienten Vorstellung. Bei nur 14 Passversuchen brachte er zehn Bälle für 210 Yards und drei Touchdowns an.

Running Back Bhayshul Tuten ergänzte die Leistung mit 104 erlaufenen Yards.

Die Jaguars präsentieren sich inzwischen als Mannschaft mit viel Qualität auf beiden Seiten des Balles. Nach dem deutlichen Erfolg darf Jacksonville durchaus zu den ernst zu nehmenden Teams der AFC gezählt werden.

Buffalo Bills melden sich eindrucksvoll zurück

Die Buffalo Bills lieferten gegen die Baltimore Ravens ebenfalls eine überzeugende Vorstellung ab. Mit 36:10 setzte sich Buffalo deutlich durch und unterstrich seine Ambitionen in der AFC.

Besonders die Defensive zeigte sich deutlich verbessert. Nach einigen schwierigen Wochen gelang es der Mannschaft, Baltimore weitgehend aus dem Spiel zu nehmen.

Bild: @nfl/ Instagram

Allerdings wurde der Erfolg durch die Verletzungssorgen der Ravens überschattet. Lamar Jackson musste bereits nach einem Passversuch verletzt vom Feld. Auch Ersatzmann Tyler Huntley konnte die Partie nicht beenden.

Die Bills nutzten die personelle Situation konsequent aus und stehen nach acht Spielwochen mit einer starken Bilanz an der Spitze der AFC.

Weitere Ergebnisse und Geschichten des Spieltags

Bild: @nfl/ Instagram

Auch abseits der großen Schlagzeilen gab es einige bemerkenswerte Entwicklungen:

  • Pittsburgh Steelers: Mit einem 27:6 gegen die Cleveland Browns feierten die Steelers ihren vierten Sieg in Folge. Trotz öffentlicher Diskussionen und deutlicher Worte innerhalb der Mannschaft scheint die Zusammenarbeit unter Mike McCarthy zunehmend zu funktionieren.
  • Washington Commanders: Washington drehte gegen die Philadelphia Eagles einen 0:10-Rückstand und gewann am Ende deutlich mit 27:10. Für Philadelphia ist es bereits die sechste Niederlage in Folge.
  • Detroit Lions: Detroit setzte sich knapp mit 19:15 gegen die Minnesota Vikings durch. Überschattet wurde der Erfolg von einer schweren Nackenverletzung von Linebacker Jack Campbell, der zur weiteren Untersuchung ins Krankenhaus gebracht wurde.
  • Green Bay Packers: Christian Watson erzielte beim 27:19 gegen Carolina starke Zahlen. Besonders außergewöhnlich: Nach einer Untersuchung im Krankenhaus wegen einer gebrochenen Rippe kehrte er noch während der Partie zurück.
  • New England Patriots: Drake Maye führte seine Mannschaft trotz zahlreicher Ausfälle zu einem wichtigen Sieg. Mit zwei Touchdown-Pässen und einer starken Passquote bewies der junge Quarterback erneut seine Klasse.

Die NFL bleibt unberechenbar

Woche acht hat einmal mehr gezeigt, dass in der NFL kein Spiel vorzeitig entschieden ist. Tampa Bay gewinnt ohne Passspiel, Cincinnati dreht ein verloren geglaubtes Spiel und Denver beendet die Siegesserie von Kansas City.

Während Mannschaften wie Buffalo, Denver und Jacksonville immer stärker auftreten, geraten etablierte Teams zunehmend unter Druck. Besonders die Dallas Cowboys müssen sich nach dem nächsten verschenkten Sieg unangenehme Fragen gefallen lassen.

Die Saison 2026 nimmt immer mehr Fahrt auf. Die Play-off-Plätze sind noch lange nicht vergeben, doch die Kräfteverhältnisse beginnen sich zu verändern.

Eine Erkenntnis bleibt nach diesem Spieltag besonders hängen: In der NFL gewinnt nicht immer die Mannschaft mit den schönsten Spielzügen, sondern diejenige, die in den entscheidenden Momenten die Nerven behält.

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