Pirelli mit F1 beim intensivem Reifentestprogramm
Die Formel 1 hat dem Nürburgring wieder Leben eingehaucht, wenn auch nicht im Rahmen eines Rennwochenendes, sondern für ein entscheidendes Kapitel der technischen Weiterentwicklung. Beim zweitägigen Reifentest von Pirelli standen vor allem neue Konstruktionsvarianten der C3-Mischung im Fokus. Der Auftakt am Dienstag hatte es dabei wetterbedingt durchaus in sich.

Nach nächtlichem Regen präsentierte sich die Strecke am Morgen zunächst nass, weshalb die ersten Installationsrunden auf Intermediates absolviert wurden. Erst als sich die Bedingungen im Laufe des Vormittags langsam verbesserten und die Sonne zaghaft durchkam, konnte das ursprünglich geplante Slick-Programm beginnen.

Im Einsatz waren Oscar Piastri für McLaren sowie George Russell für Mercedes. Beide Fahrer arbeiteten sich systematisch durch mehrere Acht-Runden-Stints, um unterschiedliche Reifenkonstruktionen zu evaluieren. Besonders vielversprechende Varianten wurden im Anschluss von Russell über längere Distanzen getestet, um belastbare Daten über deren Haltbarkeit und Performance zu sammeln.
Für Piastri verlief der Tag hingegen nicht reibungslos: Ein technisches Problem zwang ihn von der Mittagspause bis kurz vor Ende der Session zum Zuschauen. Dennoch kam auch der Australier auf eine respektable Distanz von 65 Runden beziehungsweise 335 Kilometern. Russell hingegen spulte mit 127 Runden und insgesamt 654 Kilometern ein umfangreiches Programm ab.

Auch die Bedingungen stellten eine Herausforderung dar: Während die Streckentemperatur in sonnenexponierten Abschnitten auf bis zu 37 °C anstieg, blieb die Lufttemperatur mit maximal 15 °C vergleichsweise kühl, ein Szenario, das wertvolle Erkenntnisse über das Temperaturfenster der Reifen liefert nach nuerburgring.de informationen.
In der Zeitenliste hatte Russell mit einer Bestzeit von 1:33,899 die Nase vorn. Piastri folgte mit einer schnellsten Runde von 1:35,096, wobei die unterschiedlichen Programme und der technische Zwischenfall einen direkten Vergleich relativieren.
Am zweiten und zugleich letzten Testtag werden Lando Norris und Nachwuchstalent Kimi Antonelli das Steuer übernehmen. Dann dürfte sich zeigen, welche der getesteten Lösungen das größte Potenzial für die kommende Formel-1-Saison besitzen.

