Nach 21 Jahren im Trikot der „Albiceleste“ zieht der 39-Jährige einen Schlussstrich. Sein letztes Spiel für Argentinien war ausgerechnet das verlorene WM-Finale gegen Spanien. Zurück bleiben Rekorde, große Titel und eine Karriere, die lange auf ihren ganz großen Moment warten musste.
Es war ein Abschied, der sich bereits auf dem Rasen von New Jersey angedeutet hatte. Nach dem 0:1 gegen Spanien im WM-Finale standen Lionel Messi die Tränen in den Augen. 43 Tage später machte der argentinische Superstar offiziell, was viele bereits vermutet hatten: Für die Nationalmannschaft wird er nicht mehr auflaufen.
Messi veröffentlichte seine Entscheidung am Montagabend auf Instagram. Er habe lange darüber nachgedacht und sei zu dem Schluss gekommen, dass nun der richtige Zeitpunkt gekommen sei. Besonders emotional: Den Text habe er bereits zwei Tage nach dem verlorenen Endspiel verfasst.
„Ich habe alles aus mir herausgeholt, ich habe nichts mehr zu geben“, schrieb Messi sinngemäß. Gleichzeitig betonte er seine besondere Verbindung zur Nationalmannschaft und zu den argentinischen Fans. Für das Trikot habe er immer alles gegeben, unabhängig davon, ob es um einen Titel oder um eine schmerzhafte Niederlage ging.
207 Spiele, 125 Tore und drei große Titel
Messis Zahlen für Argentinien lesen sich wie eine eigene Geschichtsbuchseite. 207 Länderspiele und 125 Tore stehen am Ende seiner Nationalmannschaftskarriere. In beiden Kategorien ist er Rekordhalter.
Dabei begann seine Reise alles andere als perfekt. Im August 2005 wurde Messi bei seinem Debüt gegen Ungarn nur kurz nach seiner Einwechslung vom Platz gestellt. Was folgte, waren mehr als zwei Jahrzehnte voller Höhen und Tiefen.

Lange schien ausgerechnet die Nationalmannschaft der Ort zu sein, an dem Messi seine Karriere nicht vollenden konnte. Mit dem FC Barcelona gewann er nahezu alles, doch mit Argentinien blieb der große Titel zunächst aus.
2014 verlor Argentinien das WM-Finale gegen Deutschland. Zwei Jahre später folgte die nächste Enttäuschung: Im Copa-America-Finale gegen Chile verschoss Messi im Elfmeterschießen. Nach der erneuten Niederlage erklärte er zunächst seinen Rücktritt.
Doch Messi kam zurück.
Und diese Entscheidung sollte seine Karriere verändern.
Der Fluch ist gebrochen
2021 gewann Argentinien die Copa América. Für Messi war es der erste große Titel mit der A-Nationalmannschaft. Drei Jahre später verteidigte die „Albiceleste“ den Titel.
Dazwischen lag der größte Triumph: Bei der Weltmeisterschaft 2022 in Katar führte Messi Argentinien zum dritten WM-Titel der Geschichte.

Sieben Tore erzielte er während des Turniers, darunter zwei im spektakulären Finale gegen Frankreich. Nach Jahren der Enttäuschungen war Messi endlich Weltmeister.
Damit war die wohl größte offene Frage seiner Karriere beantwortet.
Auch mit 39 noch Weltklasse
Dass Messi seine Nationalmannschaftskarriere nun beendet, bedeutet allerdings nicht, dass er sportlich nicht mehr mithalten kann. Bei der Weltmeisterschaft 2026 zeigte der mittlerweile 39-Jährige noch einmal eindrucksvoll, was in ihm steckt.

Acht Tore erzielte Messi in acht Spielen und belegte damit Platz zwei der WM-Torschützenliste. Nur Kylian Mbappé traf während des Turniers häufiger.
Am Ende reichte es für Argentinien trotzdem nicht zur Titelverteidigung. Spanien setzte sich im Finale mit 1:0 nach Verlängerung durch.
Für Messi war es das letzte Kapitel im Nationaltrikot.
Ein Abschied mit persönlicher Tragik
Seine Entscheidung fällt in eine besonders schwere Phase seines Lebens. Wenige Wochen nach dem WM-Finale starb sein Vater Jorge Messi im Alter von 68 Jahren.
Messi erklärte, dass ihn der Tod seines Vaters in seinem Entschluss sogar noch bestärkt habe. Seine Familie habe ihn während der gesamten außergewöhnlichen, aber auch schwierigen Reise begleitet.

Seinen Fans richtete Messi einen emotionalen Dank. Er werde es vermissen, die Unterstützung der Anhänger nicht mehr mitten auf dem Spielfeld zu erleben. Künftig wolle er die Mannschaft von außen verfolgen und ihr gerade in schwierigen Zeiten die Daumen drücken.
In Miami geht es weiter
Ganz verschwinden wird Messi aus dem Profifußball zunächst nicht. Bei Inter Miami besitzt der Argentinier noch einen Vertrag bis Ende 2028.
Dort kann er seine Vereinskarriere fortsetzen, während in Argentinien eine neue Generation ihren Platz finden muss. Messis Rücktritt könnte dabei erst der Anfang eines größeren Umbruchs sein. Auch Torhüter Emiliano Martínez hat seine Zukunft im Nationalteam infrage gestellt. Zudem ist offen, wie es mit Nationaltrainer Lionel Scaloni weitergeht.
Die „Albiceleste“ steht damit vor einer neuen Zeitrechnung.
Eine Zeitrechnung ohne ihren größten Star.
Das Ende einer einzigartigen Nationalmannschaftskarriere
Messis Weg mit Argentinien war nie geradlinig. Er begann mit einer frühen Roten Karte, führte über verlorene Endspiele und einen zwischenzeitlichen Rücktritt bis zum größten Triumph von allen.
Jetzt endet diese Reise mit einer Niederlage.

Vielleicht passt gerade das zu einer Karriere, die Messi so viele Jahre alles abverlangt hat. Er verlässt die Nationalmannschaft als Weltmeister, Copa-America-Sieger, Rekordspieler und Rekordtorschütze.
Und vor allem als der Mann, der Argentinien nach Jahrzehnten des Wartens endlich wieder zum Weltmeister machte.
Nach 207 Spielen ist Schluss. Messi sagt der „Albiceleste“ Adiós und hinterlässt ein Erbe, das kaum ein Spieler jemals erreichen dürfte.
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