Was sich am Dienstagabend in der Linzer Raiffeisen Arena abspielte, wird in der Geschichte des österreichischen Fußballs einen besonderen Platz bekommen. Der LASK hat Celtic Glasgow nach einem 0:3 im Hinspiel mit 5:1 nach Verlängerung bezwungen und sich damit erstmals für die Champions-League-Ligaphase qualifiziert.
19.080 Zuschauer erlebten eine Partie, die zunächst nach dem nächsten bitteren Europacup-Abend für die Oberösterreicher aussah. Celtic ging durch Kapitän Callum McGregor in der 21. Minute mit 1:0 in Führung. Damit schien die Aufgabe für den LASK nahezu unmöglich: Insgesamt lag man zu diesem Zeitpunkt bereits mit 0:4 zurück.
Doch die Linzer weigerten sich, die Hoffnung aufzugeben.
Der Wendepunkt vor der Pause
In der 32. Minute brachte ein folgenschwerer Fehler der Celtic-Abwehr den LASK zurück ins Spiel. Moses Usor nutzte den Fehlpass eiskalt zum 1:1. Plötzlich war die Energie im Stadion eine andere. Die Linzer witterten ihre Chance und Celtic begann zu wanken.

„Nach dem 1:0 sagst du: Pack die Geige ein“, erinnerte sich Trainer Dietmar Kühbauer später. Doch seine Mannschaft packte nicht die Geige ein, sondern legte nach der Pause richtig los.
Nur drei Minuten nach Wiederbeginn traf Robert Ljubicic aus rund 20 Metern zum 2:1. Zehn Minuten später erhöhte Samuel Adeniran auf 3:1. Der LASK war nun völlig entfesselt, Celtic fand kaum noch Mittel gegen das aggressive und intensive Spiel der Hausherren.
Flecker erzwingt die Verlängerung
Der vierte Treffer lag mehrfach in der Luft. Unter anderem traf Adeniran die Latte. Celtic verteidigte zunehmend mit dem Rücken zur Wand. In der Nachspielzeit war es schließlich Florian Flecker, der per Kopf das 4:1 erzielte und damit tatsächlich die Verlängerung erzwang.
Der LASK hatte das 0:3 aus Glasgow tatsächlich egalisiert.
Auch in den zusätzlichen 30 Minuten waren die Linzer die gefährlichere Mannschaft. Dann kam der große Auftritt von Adeniran: In der 109. Minute sorgte der US-Stürmer mit seinem zweiten Treffer des Abends für das 5:1 und damit für die endgültige Wende.

Sechs Minuten später hätte Adeniran sogar noch seinen dritten Treffer erzielen können, scheiterte jedoch vom Elfmeterpunkt. Celtic konnte daraus aber keinen Nutzen mehr ziehen.
Kühbauer: „Diese Leistung war unglaublich“
Für Dietmar Kühbauer war der historische Abend der vorläufige Höhepunkt seiner Arbeit in Linz. Der Trainer hatte den LASK im Oktober 2025 übernommen und führte den Klub zunächst zum Double aus Meisterschaft und Cup. Nun folgte die internationale Krönung.
„Dieses Herz, diese Liebe, diese Leidenschaft sind schon unglaublich“, schwärmte Kühbauer nach dem Spiel. Seine Mannschaft habe an diesem Abend ein „Meisterstück“ abgeliefert.
Die Zahlen unterstreichen die Linzer Dominanz: 40 Torschüsse standen am Ende nur acht von Celtic gegenüber. Auch die Expected Goals sprachen mit 4,91 zu 0,39 klar für den LASK.
Celtic-Coach Martin O’Neill musste die Überlegenheit der Gastgeber anerkennen. Der LASK sei intensiv und körperbetont aufgetreten und habe den Sieg am Ende verdient.

Jetzt wartet die Königsklasse
Mit dem historischen Aufstieg kassiert der LASK nicht nur sportliches Prestige, sondern auch eine kräftige Finanzspritze. Rund 18,62 Millionen Euro Startgeld sind dem Klub für die Champions-League-Ligaphase sicher.
Damit dürfte sich auch auf dem Transfermarkt einiges bewegen. Kühbauer machte unmittelbar nach dem Triumph keinen Hehl daraus, dass er seinen Kader noch verstärken möchte.
„Wir brauchen noch Spieler“, stellte der Trainer klar. Mit der Qualifikation für die Königsklasse verfügt der LASK nun allerdings über ganz andere Argumente bei möglichen Neuzugängen.
Am Donnerstag richtet sich der Blick schließlich nach Monaco. Dort werden die Gegner für die acht Spiele der Ligaphase ausgelost.
Kühbauer weiß bereits, welche Rolle seiner Mannschaft zukommt: „Wir werden Außenseiter sein.“ Doch genau darin liegt der Reiz. Nach einer Nacht, in der der LASK aus einem scheinbar aussichtslosen 0:3-Rückstand ein Fußballmärchen machte, ist eines ohnehin klar: Vor diesem LASK muss sich in Europa niemand mehr sicher fühlen.
Quelle: Kicker
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