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Kenneth Walker III und Patrick Mahomes: Die Chiefs sind zurück

September 22, 2026
3 Minuten Lesezeit
Kenneth Walker III und Patrick Mahomes: Die Chiefs sind zurück
Patrick Mahomes Bild: All-Pro Reels from District of Columbia, USA

‎‌​​‌‌‌​​‌​​‌​‌​​​​​​​‌‌​‌​‌‌‌‌​​​‌‌‌‌‌‌​‌‌‌‌‌​​‌‌‌‌‌‌​‌​​‌​‌‌​‌‌Es gibt einen Moment im dritten Viertel, der das Spiel in einem einzigen Bild zusammenfasst. Vierter Versuch, ein Yard Raumgewinn nötig, die Denver Broncos wissen, was kommt. Kenneth Walker III bekommt den Ball trotzdem, trifft auf einen Verteidiger, dreht sich weg und läuft 60 Yards in die Endzone. Unberührt. Als wäre das Ganze eine Trainingsübung gewesen. Es war der Moment, in dem klar wurde: Diese Nacht gehört den Kansas City Chiefs.

Der Mann, der die Lücken findet

Walker ist neu in Kansas City, und man merkte es kein einziges Mal. Der ehemalige Seattle-Star, der im Frühjahr einen Dreijahresvertrag über 43,05 Millionen US-Dollar unterschrieben hatte, trug die Offense der Chiefs mit einer Leichtigkeit, die nach einem langen Saisonstart aussah, nicht nach einem Debüt. 23 Läufe, 173 Yards, zwei Touchdowns. Laut Sky Sports ist das der beste Raumgewinn eines Chiefs-Rücks seit Jamaal Charles, der 2012 gegen die Indianapolis Colts auf 226 Yards kam, ein Jahr bevor Andy Reid den Trainerposten übernahm.

www.allproreels.com — Washington Football Team vs. Kansas City Chiefs from FedEx Field, Landover, Maryland, October 17th, 2021 (All-Pro Reels Photography)

Bereits im ersten Durchgang hatte Walker 14 Läufe für 89 Yards gesammelt, dazu ein paar Pässe aus dem Backfield. Die Broncos wussten, dass er kommen würde. Es half ihnen wenig. „Sie müssen auf Pat aufpassen. Pat ist der beste Quarterback der Liga“, sagte Walker nach dem Spiel, sinngemäß auf Deutsch. „Er macht das Laufspiel deutlich einfacher.“

Das stimmt. Und es erklärt, warum 173 Yards an einem Montagabend möglich sind, wenn Patrick Mahomes auf der anderen Seite der Offense steht.

Neun Monate, ein Knie, eine Antwort

Die eigentliche Frage des Abends war eine andere. Mahomes hatte sich im Dezember, genau neun Monate vor diesem Spiel, in einer Partie gegen die Los Angeles Chargers eine ACL- und LCL-Verletzung im linken Knie zugezogen. Sofortige Operation, monatelange Rehabilitation, ein vollständiges Offseason-Programm und jedes Training des Camps. Und dann dieser erste Drive.

Mahomes lief 15 Yards in die Endzone. Selbst. Keine Vorlage, kein Trick. Nur er, das Knie und der Rasen von Denver. Jede Frage nach seiner Mobilität war damit beantwortet, bevor das erste Viertel vorbei war. „Wenn ich ehrlich bin, hatte ich am meisten Angst, getroffen zu werden“, sagte Mahomes nach dem Spiel, sinngemäß auf Deutsch. „Aber ich wollte einfach spielen. Ich habe so viel Arbeit in die Reha gesteckt, um hier zu sein. Ich wollte es einfach tun.“

15 von 27 Pässen kamen an, 184 Yards, zwei Touchdown-Pässe, dazu der Lauf. Nicht sein bestes Spiel, wie er selbst einräumte. Aber ein Statement. Trainer Andy Reid fand danach nur ein Wort: „Phänomenal.“

Denver und das Schweigen der Offense

Auf der anderen Seite des Feldes war es ein anderes Bild. Die Broncos hatten den Sommer damit verbracht, Wide Receiver Jaylen Waddle per Trade von Miami zu holen, ein Paket an Draft-Picks als Preis. Waddle kam auf einen Catch für zwei Yards. Quarterback Bo Nix warf für 131 Yards, ein Touchdown, eine Interception, verlor dazu einen Fumble. 176 Yards Gesamtoffense in einem regulären Saisonspiel, das ist eine Zahl, die im Büro von Offensive Coordinator Davis Webb noch eine Weile hängen bleiben wird. Es war sein erstes Spiel in dieser Funktion.

Bild: via Instagram bonix10

Den einzigen Touchdown der Broncos erzielte Tight End Evan Engram, vier Catches, 43 Yards, ein 19-Yard-Pass von Nix zum zwischenzeitlichen 7:7. Dann übernahmen die Chiefs wieder die Kontrolle. Rashee Rice, selbst frisch aus einer Knieverletzung zurück, fing einen Pass von Mahomes, prallte von zwei Broncos-Verteidigern ab und rollte in die Endzone. 14:7 zur Halbzeit.

Im dritten Viertel dann Walkers 60-Yard-Lauf. Danach ein Interception von Brandon Jones, ein Field Goal für Denver, ein 59-Yard-Pass von Mahomes auf Travis Kelce, ein Gegentreffer durch Harrison Butker. Nix verlor den Ball. Kansas City machte das Spiel zu. Am Ende stand ein Trick-Play: Mahomes in der Drei-Punkt-Haltung neben Backup-Quarterback Justin Fields, der Snap, ein kurzer Schaufelpass auf Walker, der ungestört eintrudelte. 31:10, Schlusspfiff.

Was dieser Abend bedeutet

Kansas City hatte in der vergangenen Saison zum ersten Mal seit 2015 die AFC West nicht gewonnen. Drei Niederlagen in Serie gegen Denver hatten die Neun-Jahres-Dominanz in der Division beendet. Diese Nacht war kein Meistertitel, aber sie war eine Antwort. Woche eins, klarer Sieg, Mahomes zurück, ein neuer Rückraumspieler, der sofort liefert.

Mahomes selbst ordnete es nüchtern ein: „Es ist erst Woche eins. Ein großartiger Sieg, aber nur Woche eins.“ Das klingt nach Understatement. Es klingt aber auch nach jemandem, der weiß, dass 173 Yards und ein gesundes Knie ein guter Anfang sind, kein Schlusspunkt. Denver wird sich neu erfinden müssen. Kansas City hat die Saison eröffnet, als wäre nie etwas gewesen.

Quellen: Sky Sports

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