Deutschland v.s. Ecuador: Es war kein Absturz, aber es war auch kein Ausrutscher.
Was die Welt über Deutschlands WM-Niederlage gegen Ecuador denkt
Deutschland verlor sein letztes Vorrundenspiel bei der WM 2026 gegen Ecuador mit 1:2, ging früh in Führung, gab die Initiative ab und kassierte am Ende ein Tor durch Gonzalo Plata, das die Ecuadorianer ins Sechzehntelfinale brachte. Gruppensieger ist die Mannschaft trotzdem. Doch was die internationale Presse aus diesem Spiel liest, ist weit unangenehmer als das reine Ergebnis.
Die DFB-Niederlage und was sie kostet
Elf Siege in Serie, dann dieser Abend im MetLife Stadium in East Rutherford. Laut The Sun scheiterte Deutschland damit
„knapp daran, seinen Allzeitrekord von zwölf Siegen aus den Jahren 1979 und 1980 einzustellen.”
Die Daily Mail schreibt, ein Patzer von Manuel Neuer habe das Ende der Siegesserie besiegelt.
Die Gazzetta dello Sport wird konkreter:
„Plata entscheidet das Spiel, aber was für eine Unsicherheit bei Neuer.”
Der Schweizer Blick fasst die Lage mit einer Liste zusammen: Undav-Frage, Neuer-Debatte, gereizter Nagelsmann. Und das, obwohl Deutschland Gruppensieger bleibt.
Was das Spiel selbst angeht, zeichnen die Quellen ein klares Bild. Deutschland führte früh, gab dann laut La Nación
„die Initiative ab und versuchte es mit Kontern.”
Ecuador kam zurück, sieben Minuten nach dem deutschen Führungstreffer, und zog das Spiel auf seine Seite. Plata traf zum Sieg. Für Ecuador war es der erste Sieg gegen Deutschland in der Geschichte.
Was die Welt JETZT über „die Mannschaft“ denkt
Die spanische Marca ist am direktesten: Deutschland sei ein Team, „für das das Etikett potenzieller Titelanwärter schlichtweg eine Nummer zu groß ist.” Die AS nennt Ecuador „heldenhaft” und Deutschland eine „desolate Mannschaft”. Le Figaro spricht von einer
„XXL-Leistung der Südamerikaner”
und schreibt, Ecuador habe es geschafft, das Spiel gegen die Mannschaft zu drehen. L’Équipe empfiehlt den Deutschen schlicht, das Spiel rasch zu vergessen.
Die dänische B.T. stellt die taktische Frage, die nach dem Abpfiff wohl auch intern gestellt wird: Deutschland stellte erneut die A-Elf auf, obwohl der Gruppensieg bereits feststand.
„Sie hätten sich ja viel Energie sparen können”,
schreibt das Blatt. In vier Tagen steht das Sechzehntelfinale an.
Was das für Ecuador bedeutet
Auf der anderen Seite des Ergebnisses steht eine Geschichte, die die internationale Presse deutlich lieber erzählt. Der Corriere dello Sport schreibt von „einem weiteren wunderschönen Märchen” in Infantinos Weltmeisterschaft. El Mercurio nennt das Spiel „historisch” und eine „echte Bühne, auf der die Tri zeigte, was in ihr steckt.” Mediotiempo aus Mexiko: „Ecuador schafft etwas Episches.” Die argentinische La Nación schreibt, Ecuador habe „gegen alle Widrigkeiten Geschichte geschrieben.”
Vier Punkte, bester Gruppendritter, Sechzehntelfinale. Und der erste Sieg überhaupt gegen Deutschland. Diario Popular aus Argentinien nennt es „eines der bedeutendsten Kapitel der ecuadorianischen Fußballgeschichte.” Das ist kein Pressehype. Das ist sporthistorisch korrekt.
Was das für Deutschland bedeutet
Gruppensieger zu sein ist gut. Im Sechzehntelfinale anzutreten mit einer Neuer-Debatte, einer ungeklärten Aufstellungsfrage und einem Ergebnis, das die gesamte internationale Presse als Warnsignal liest, ist etwas anderes. Das Muster, das sich durch die Berichte zieht, ist konsistent: Deutschland führte, gab ab, verlor. Nicht wegen eines überragenden Gegners allein, sondern wegen eigener Fehler.
Die österreichische Kronen-Zeitung fasst es mit einem Wort zusammen:
„schwach“.
L’Équipe sagt,
„es gebe nichts zu feiern.“
Und die Marca sagt, was viele Redaktionen zwischen den Zeilen schreiben:
„Das Etikett Titelanwärter passt nicht mehr“.
Ob das Sechzehntelfinale eine Antwort liefert oder die Fragen vertieft, wird sich zeigen. Die Mannschaft hat vier Tage.
Quellen: Die Zeit, Daily Mail, The Sun, The Telegraph, Gazzetta dello Sport, Corriere dello Sport, Marca, AS, Mundo Deportivo, El Universal, El Mercurio, Esto, Mediotiempo, La Nación, Diario Popular, L’Equipe, Le Parisien, Le Figaro, Kronen-Zeitung, Blick, B.T., AD, De Telegraaf
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