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WM 2030: Drei Kontinente, 100 Jahre, ein offenes Format

Juli 27, 2026
3 Minuten Lesezeit
WM 2030: Drei Kontinente, 100 Jahre, ein offenes Format
Javid Nikpour

Die Tinte unter den 2026er Ergebnissen ist kaum trocken, da hat die FIFA schon das nächste Großprojekt am Laufen. Die WM 2030 wird nicht einfach das nächste Turnier sein. Sie soll das erste werden, das auf drei Kontinenten stattfindet, das 100-jährige Jubiläum des Wettbewerbs zelebriert und möglicherweise mehr Mannschaften umfasst als je zuvor. Was genau das bedeutet, ist allerdings noch nicht vollständig geklärt.

Sechs Gastgeber, drei Kontinente, ein Jubiläum

Bild: Instagram @fifaworldcup

Marokko, Portugal und Spanien sind die Hauptgastgeber. Das ist seit Dezember 2024 offiziell, als die FIFA auf ihrem Außerordentlichen Kongress die Vergabe bestätigte. Dazu kommen Uruguay, Argentinien und Paraguay mit je einem Spiel als Teil der Zentenarfeiern. Der Grund: Das erste WM-Finale der Geschichte fand 1930 im Estadio Centenario in Montevideo statt, und genau dort soll 2030 ein Erinnerungsspiel ausgetragen werden. Buenos Aires und Asunción folgen.

Das macht 2030 zum ersten Turnier, das Spiele in mehreren Konföderationen austrägt, zur ersten WM in Afrika seit Südafrika 2010 und zur ersten überhaupt in Nordafrika. Für Marokko, Paraguay und Portugal wird es das erste Mal als Gastgeber sein. Laut Sports Illustrated war Marokko bereits mehrfach mit Bewerbungen gescheitert, bevor das Land 2023 in die gemeinsame Kandidatur mit Spanien und Portugal einstieg.

Insgesamt 23 Stadien wurden im offiziellen Vergabeprozess eingereicht. Darunter der renovierte Camp Nou in Barcelona mit einer geplanten Kapazität von rund 105.000 Plätzen, der Metropolitano von Atlético Madrid, das Santiago Bernabéu in Madrid sowie das Estádio do Dragão und das Estádio da Luz in Portugal. Marokkos Herzstück wird das neu gebaute Hassan-II.-Stadion in Casablanca. Die endgültige Stadionliste ist noch nicht bestätigt.

64 Teams oder doch nicht?

Die größte offene Frage betrifft das Format. Nach der 48-Teams-Premiere bei der WM 2026 hat FIFA-Präsident Gianni Infantino im Juli 2026 öffentlich eine weitere Aufstockung auf 64 Nationen ins Spiel gebracht. „Wenn man eine WM organisiert, ist es wichtig, sie für die ganze Welt zu organisieren, nicht nur für Europa und Südamerika, sondern für die gesamte Welt. Jede Nation sollte davon träumen dürfen, an der WM teilzunehmen“, sagte Infantino laut Sports Illustrated.

Marokko schlägt Niederlande im Elfmeterschießen und zieht ins WM-Achtelfinale ein. Bild: Screenshot via Instagram @fifa

CONMEBOL hatte bereits im April 2025 einen formellen Antrag auf Erweiterung gestellt. Eine Entscheidung der FIFA steht noch aus. Doch der Gegenwind ist massiv. UEFA-Präsident Aleksander Ceferin nannte die Idee laut SI schlicht eine „schlechte Idee“ und warnte vor negativen Folgen für das Turnier und die Qualifikation. AFC-Präsident Sheikh Salman bin Ibrahim Al Khalifa sprach von drohendem „Chaos“, Concacaf-Präsident Victor Montagliani sagte, die Idee „fühle sich nicht richtig an“ und könne dem Fußball insgesamt schaden. Drei Konföderationspräsidenten gegen den FIFA-Chef, das ist kein Randstreit.

Sicher ist bislang nur, dass sechs Teams bereits qualifiziert sind: die drei Hauptgastgeber Spanien, Portugal und Marokko sowie die Jubiläumsgastgeber Argentinien, Paraguay und Uruguay.

Neue Qualifikationsformate in Europa und Concacaf

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Bild: Via Instagram @dfb_team (DFB/Max Galys)

Unabhängig vom Endformat der WM reformieren UEFA und Concacaf ihre Qualifikationssysteme. Die UEFA plant eine Zweiteilung: Die 36 bestplatzierten europäischen Nationen, ermittelt über die Nations-League-Rangliste 2028/29, spielen in einer Oberliga mit angepasstem Gruppenformat, in dem Teams nicht gegen alle Gruppengegner antreten. Die stärksten Nationen qualifizieren sich direkt, der Rest über Playoffs. Schwächer gerankte Nationen spielen in einer zweiten Stufe um Playoff-Plätze. Das Ziel laut SI: mehr bedeutsame Spiele, weniger einseitige Duelle zwischen Großen und Kleinen.

Concacaf setzt auf drei Runden. Erst eine Playoff-Phase, dann Gruppenspiele mit den bestplatzierten Nationen der Region, zuletzt ein Abschlussturnier mit zwölf Teams, bei dem Gruppensieger direkt qualifiziert sind und weitere Plätze über Playoffs vergeben werden.

Was 2030 wirklich bedeutet

Der Rahmen steht, aber das Turnier ist noch nicht fertig. Die Stadionliste ist vorläufig, der Spielplan offen, die Teamzahl ungeklärt. Erwartet wird, dass die WM im Juni 2030 beginnt, mit den Zentenarspielen in Südamerika als Auftakt, bevor die Hauptrunde in Marokko, Portugal und Spanien startet. Das Finale soll in Spanien stattfinden, Santiago Bernabéu und Camp Nou gelten laut SI als Favoriten auf das Austragungsrecht.

Was jetzt schon feststeht: 2030 wird das aufwendigste Turnier in der Geschichte des Wettbewerbs. Sechs Gastgeberländer, drei Kontinente, ein Jubiläum, ein noch nicht abgeschlossener Formatstreit. Ob 48 oder 64 Teams, ob das Modell trägt oder an seiner eigenen Größe scheitert, das wird die eigentliche Frage der nächsten vier Jahre sein.

Quellen: Sports Illustrated

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