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Monza bebt: Antonelli fährt vom letzten Platz zum Heimsieg

Kimi Antonelli hat beim Großen Preis von Italien ein Rennen für die Geschichtsbücher geliefert.
September 8, 2026
3 Minuten Lesezeit
Monza bebt: Antonelli fährt vom letzten Platz zum Heimsieg
Bild: @mercedesamgf1 via Instagram

Vom 19. Startplatz raste der Mercedes-Pilot in Monza bis zum Sieg und verwandelte sein Heimrennen in eine triumphale Show. Die italienischen Fans feierten ihren neuen Nationalhelden und selbst die Konkurrenz fand kaum Worte für diese Vorstellung.

Es war ein Startplatz, der normalerweise jede Hoffnung auf den Sieg zunichtemacht. Doch Kimi Antonelli ließ sich davon nicht beeindrucken. Nach einem Motorwechsel musste der Mercedes-Youngster den Italien-Grand-Prix vom Ende des Feldes aufnehmen. Was anschließend folgte, entwickelte sich zu einer der spektakulärsten Aufholjagden der jüngeren Formel-1-Geschichte.

Schon in den ersten Runden machte Antonelli deutlich, dass er sich mit einer Schadensbegrenzung nicht zufriedengeben würde. Innerhalb kürzester Zeit arbeitete er sich durch das Feld. Nach nur zwei Runden lag er bereits auf Rang zwölf. Jede Lücke wurde genutzt, jedes Überholmanöver saß. Antonelli fuhr aggressiv, aber kontrolliert genau die Mischung, die auf dem schnellen Kurs von Monza gefragt ist.

Bild: @mercedesamgf1 via Instagram

Eine Rennunterbrechung veränderte anschließend die Ausgangslage. Antonelli fand sich nach dem Neustart bereits auf dem sechsten Platz wieder. Von dort kannte seine Fahrt nur noch eine Richtung: nach vorne.

In Runde 15 war der Mercedes bereits Dritter. Wenig später übernahm Antonelli erstmals die Führung. Von diesem Moment an kontrollierte der 20-Jährige das Rennen mit bemerkenswerter Ruhe. Statt hektisch zu werden, verwaltete er Reifen und Energie und wartete geduldig auf die richtigen Momente.

Am Ende stand ein Ergebnis, das selbst Mercedes überrascht haben dürfte: Sieg von Startplatz 19.

„Es ist unglaublich“, sagte Antonelli nach dem Rennen. „Ich werde mich an diesen Tag für immer erinnern.“

Ein Heimheld wird zur Hauptfigur

Für die Tifosi war Antonellis Triumph ein besonderer Moment. Seit 1966 hatte kein italienischer Fahrer mehr den Großen Preis von Italien in Monza gewonnen. Damals triumphierte Ludovico Scarfiotti im Ferrari. Sechs Jahrzehnte später durfte wieder ein Italiener auf dem obersten Podest stehen, allerdings im Mercedes.

Die Begeisterung kannte kaum Grenzen. Antonelli wurde nach dem Rennen von den Fans gefeiert und auf Händen getragen. Selbst die Ferrari-Anhänger, die eigentlich ihre eigene Mannschaft unterstützen wollten, konnten sich der Faszination dieses Auftritts nicht entziehen.

Damit hat Antonelli endgültig den Status eines Hoffnungsträgers verlassen. Der junge Fahrer aus Bologna ist inzwischen ein zentraler Name im Titelkampf und möglicherweise der nächste große italienische Formel-1-Star.

Bild: @mercedesamgf1 via Instagram

„Er ist gefahren wie Michael Schumacher“

Auch die Experten kamen aus dem Schwärmen kaum heraus. Ex-Weltmeister Nico Rosberg verglich Antonellis Leistung sogar mit jener von Michael Schumacher.

Der Vergleich ist gewaltig, doch die Zahlen sprechen für sich. Antonelli machte 18 Startplätze gut und überholte im Verlauf des Rennens zahlreiche Konkurrenten. Noch beeindruckender war dabei die Art und Weise, wie er sich nach vorne arbeitete: ohne unnötige Risiken und mit einer beeindruckenden Kontrolle über das Auto.

Bild: @mercedesamgf1 via Instagram

Auch Toto Wolff zeigte sich begeistert. Der Mercedes-Teamchef bezeichnete Antonelli sinngemäß als Fahrer, der sich ständig weiterentwickelt und aus jeder Situation lernt. Genau diese Entwicklung könnte für die Konkurrenz zum Problem werden.

Russell bleibt nur der zweite Platz

Während Antonelli jubelte, erlebte sein Teamkollege George Russell einen bitteren Nachmittag. Russell hatte lange Zeit gute Chancen auf den Sieg und kontrollierte das Rennen über weite Strecken. Doch nach der Unterbrechung setzte Mercedes bei ihm auf eine Strategie mit harten Reifen.

Bild: @formula1 via Instagram

Die Rechnung ging nicht auf. Gegen Rennende bauten die Reifen deutlich ab und Antonelli nutzte seine Chance. Mit einem entschlossenen Überholmanöver zog er an Russell vorbei und machte den Mercedes-Doppelsieg perfekt.

Für Russell war es ein schmerzhafter Rückschlag im Kampf um die Weltmeisterschaft. Der Brite liegt inzwischen deutlich hinter seinem Teamkollegen und musste nach dem Rennen einräumen, dass Antonelli die Meisterschaft derzeit kontrolliert.

Ferrari erlebt ein Heimspiel zum Vergessen

Während Mercedes in Monza triumphierte, musste Ferrari vor den eigenen Fans eine weitere Enttäuschung hinnehmen. Lewis Hamilton kam nicht über Rang sechs hinaus, Charles Leclerc konnte ebenfalls nicht um den Sieg kämpfen.

Besonders bitter: Hamilton hatte gehofft, Antonellis Strafversetzung in der Startaufstellung für einen Angriff auf die WM-Spitze nutzen zu können. Stattdessen wurde aus dem vermeintlichen Vorteil eine weitere Niederlage.

Antonelli dagegen verließ Monza als großer Gewinner. Nicht nur wegen des Rennsiegs, sondern auch wegen der Wirkung, die dieser Erfolg auf den Titelkampf haben könnte.

Bild: @mercedesamgf1 via Instagram

Der nächste Schritt zum Weltmeister?

Antonelli hat inzwischen sieben Grand-Prix-Siege gesammelt und führt die Weltmeisterschaft mit deutlichem Vorsprung an. Noch ist die Saison nicht entschieden. Doch nach seinem Auftritt in Monza fällt es schwer, den jungen Italiener nicht als Topfavoriten zu sehen.

Sein größter Trumpf ist dabei nicht nur die Geschwindigkeit. Es ist seine Fähigkeit, auch unter enormem Druck ruhig zu bleiben. Ein Motorwechsel, Startplatz 19, ein volles Feld vor ihm all das schien Antonelli nicht aus der Ruhe zu bringen.

Bild: @kimi.antonelli via Instagram

Monza hat deshalb mehr gesehen als nur einen spektakulären Rennsieg. Italien hat möglicherweise den nächsten großen Formel-1-Helden gefunden.

Und wenn Antonelli tatsächlich erst am Anfang seiner Entwicklung steht, dürfte der Sonntag in Monza nicht das Ende seiner Geschichte gewesen sein, sondern vielleicht der Tag, an dem sie endgültig begann.

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