Was für ein Auftakt in die neue NFL-Saison! Im Super-Bowl-Rematch zwischen den Seattle Seahawks und den New England Patriots entscheidet sich die Partie erst in den Schlusssekunden. Am Ende jubeln die Seahawks vor heimischem Publikum über einen 13:10-Sieg, während Patriots-Quarterback Drake Maye einen Abend erlebt, den er möglichst schnell vergessen möchte.
Drei Interceptions, darunter ein folgenschwerer Fehlwurf kurz vor dem Ende: Maye erwischt einen rabenschwarzen Saisonstart. Dabei war der 24-Jährige vor der Spielzeit von vielen Experten sogar als möglicher MVP-Kandidat gehandelt worden.

Darnold früh raus – Lock übernimmt
Schon zu Beginn läuft bei beiden Mannschaften wenig zusammen. Die Seahawks müssen nach nur fünf Spielzügen einen Schock verkraften: Quarterback Sam Darnold wird bei einem Sack an der Hüfte getroffen und kann nicht weiterspielen. Drew Lock übernimmt und benötigt einige Zeit, um in die Partie zu finden.
Das erste Viertel endet folgerichtig ohne Punkte.
Im zweiten Abschnitt gehen dann die Patriots in Führung und ausgerechnet ein Spieler, den vor der Partie kaum jemand auf dem Zettel hatte, sorgt für den ersten Touchdown der neuen Saison. Rookie-Tight-End Eli Raridon fängt den Ball kurz vor der Endzone und bringt New England mit 7:0 nach vorne.
Doch auch die Patriots müssen einen wichtigen Ausfall verkraften. Neuzugang AJ Brown verletzt sich am Knöchel und verlässt das Spielfeld vorzeitig.

Seahawks drehen die Partie
Nach der Pause kommt deutlich mehr Bewegung ins Spiel. Beide Teams erzielen zunächst jeweils ein Field Goal, ehe Seattle den Druck erhöht.
Der Wendepunkt folgt bei einem Pass von Maye auf Romeo Doubs. Der Receiver kann den Ball nicht festhalten – und Seahawks-Cornerback Nehemiah Pritchett ist zur Stelle. Die erste Interception der Saison gehört Seattle.

Kurz darauf beweisen die Seahawks Mut: Bei einem vierten Versuch nahe der Mittellinie bleiben sie auf dem Feld. Die Entscheidung zahlt sich aus. Lock findet Jaxon Smith-Njigba, der sich nach dem Catch losreißt und über das Feld bis in die Endzone sprintet.
Touchdown Seattle 10:10.
Nun kippt die Stimmung endgültig zugunsten der Gastgeber. Maye wirft wenig später seine zweite Interception. Besonders bitter: Julian Love, der bereits im vergangenen Super Bowl entscheidend gegen Maye aufgetreten war, schnappt sich erneut einen Pass des Patriots-Quarterbacks.
Ein Field Goal aus 26 Yards bringt Seattle fünf Minuten vor Schluss mit 13:10 in Führung.
Mayes letzter Fehler besiegelt die Niederlage
Trotzdem bekommen die Patriots noch ihre Chance. New England marschiert in den letzten Minuten über das Feld und bringt sich in eine aussichtsreiche Position für ein Field Goal. Ein Kick hätte die Verlängerung bedeutet.
Doch 26 Sekunden vor Schluss trifft Maye die falsche Entscheidung.
Statt den Ball wegzuwerfen und seinem Kicker die Chance auf den Ausgleich zu geben, versucht er, den Pass in die Endzone zu erzwingen. Seahawks-Verteidiger Josh Jobe liest die Situation perfekt und fängt den Ball ab.

Game over.
Für Maye ist es bereits die dritte Interception des Abends und gleichzeitig der entscheidende Fehler in einer Partie, die eigentlich noch hätte gerettet werden können.
Harte Worte von Maye
Nach dem Abpfiff findet der Quarterback klare Worte für seine Leistung. Er weiß genau, dass ihm der letzte Fehler nicht passieren durfte.
„Es ist einfach inakzeptabel“, lautet Mayes nüchterne Einschätzung. Im schlimmsten Fall wäre es in die Verlängerung gegangen. Einen weiteren Turnover zu produzieren, sei die einzige Entscheidung gewesen, die er sich nicht erlauben durfte.

Patriots-Coach Mike Vrabel stellt sich dennoch hinter seinen Quarterback. Für Maye beginnt damit eine Saison, in der er schnell Antworten liefern muss.
Die Seahawks dagegen feiern einen perfekten Auftakt und zeigen erneut, dass sie gegen New England zum unangenehmen Gegner werden können.
Der Titelverteidiger gewinnt 13:10. Doch die größere Geschichte dieses Abends schreibt ein Quarterback auf der Verliererseite: Drake Maye.
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