Lewis Hamilton und Red Bull Racing, diese Kombination hätte die Formel 1 nachhaltig verändern können. Doch obwohl der siebenmalige Weltmeister offenbar selbst den Kontakt suchte, scheiterte ein möglicher Wechsel. Ex-Teamchef Christian Horner schildert in seiner Autobiografie, wie nah die Königsklasse an einer spektakulären Personalentscheidung gewesen sein könnte.
Lewis Hamilton gehört zu den erfolgreichsten Rennfahrern der Formel-1-Geschichte. Sieben Weltmeistertitel und 106 Grand-Prix-Siege sprechen für sich. Seine größten Erfolge feierte der Brite bei Mercedes, doch der Weg dorthin hätte offenbar ganz anders verlaufen können. Nach den Schilderungen von Christian Horner soll Hamilton zeitweise einen Wechsel zu Red Bull Racing favorisiert haben.

Geheime Gespräche mit Christian Horner
Nach sechs Jahren bei McLaren suchte Hamilton offenbar nach einer neuen sportlichen Herausforderung. Laut Horner war die Stimmung beim Briten damals nicht mehr dieselbe wie in früheren Jahren. Technische Probleme und ein angespanntes Verhältnis zu seinem Teamkollegen Jenson Button sollen die Situation zusätzlich erschwert haben.

In seiner Autobiografie „Drive“ beschreibt Horner, wie sich der Kontakt zu Hamilton anbahnte. Demnach entdeckte er eines Tages mehrere verpasste Anrufe von Hamiltons Vater. Daraus entwickelte sich schließlich ein persönliches Treffen, das im Haus des damaligen Red-Bull-Star-Aerodynamikers Adrian Newey stattgefunden haben soll.
Dort sei die Absicht des Rennfahrers deutlich geworden: Hamilton wollte McLaren verlassen und betrachtete Red Bull offenbar als bevorzugte Option. Horner zufolge fragte der damalige McLaren-Pilot sogar direkt, welche Voraussetzungen für einen Wechsel erfüllt sein müssten.
Warum Red Bull den Superstar nicht verpflichtete
Aus sportlicher Sicht hätte Hamilton für Red Bull eine hochkarätige Verstärkung bedeutet. Horner bescheinigt ihm in seinem Buch außergewöhnliche Fähigkeiten am Steuer und hebt zugleich seine enorme wirtschaftliche Attraktivität hervor. Als international bekanntes Gesicht hätte der Brite auch für Sponsoren und Vermarktung einen erheblichen Mehrwert geboten.

Dennoch kam es nicht zu einer Verpflichtung. Horner nennt vor allem die finanziellen Dimensionen eines möglichen Deals als Hindernis. Darüber hinaus gab es innerhalb der Red-Bull-Führung offenbar Vorbehalte gegen die Verpflichtung des Briten.
Insbesondere Motorsportberater Helmut Marko und Red-Bull-Gründer Dietrich Mateschitz sollen der Idee nur eingeschränkt aufgeschlossen gegenübergestanden haben. Damit blieb es bei den Gesprächen und eine der spannendsten möglichen Fahrer-Konstellationen der jüngeren Formel-1-Geschichte wurde nie Realität.
Hamilton entschied sich für Mercedes und schrieb Geschichte
Statt bei Red Bull landete Hamilton 2013 bei Mercedes. Dort entwickelte sich seine Karriere zu einer außergewöhnlichen Erfolgsgeschichte. Zwischen 2014 und 2020 gewann er sechs seiner insgesamt sieben Weltmeistertitel und prägte gemeinsam mit dem deutschen Werksteam eine Ära der Formel 1.

Für Red Bull wiederum blieb Sebastian Vettel in dieser Zeit die zentrale Fahrerfigur. Der Deutsche gewann zwischen 2010 und 2013 vier WM-Titel in Folge und etablierte das Team an der Spitze der Königsklasse.
Wie die Geschichte mit Hamilton am Steuer eines Red-Bull-Boliden verlaufen wäre, bleibt Spekulation. Sicher ist lediglich: Wäre der Wechsel zustande gekommen, hätte sich die Kräfteverteilung in der Formel 1 möglicherweise grundlegend verändert.
Horners Enthüllungen zeigen nun, dass eine Zusammenarbeit zwischen Hamilton und Red Bull zumindest im Raum gestanden haben soll. Dass daraus nichts wurde, gehört zu jenen Entscheidungen, über die Fans und Experten noch lange diskutieren dürften.
Aktuelle Schlagzeilen
- 01
- 02
- 03
- 04
- 05
