Nach 24 Jahren zurück auf der Weltbühne: Türkei löst WM-Ticket – Kosovo verpasst historische Chance

Der Jubel kannte keine Grenzen: Nach mehr als zwei Jahrzehnten des Wartens hat sich die Türkei wieder für eine Weltmeisterschaft qualifiziert. Mit einem hart erkämpften 1:0-Auswärtssieg im Playoff gegen Kosovo sicherte sich das Team von Nationaltrainer Vincenzo Montella das Ticket für die Endrunde 2026 in Nordamerika und beendete damit eine lange Durststrecke seit dem überraschenden dritten Platz im Jahr 2002.
In Pristina entwickelte sich von Beginn an eine intensive und ausgeglichene Partie. Beide Teams suchten den Weg nach vorne, wobei die Gastgeber vor der Pause die beste Gelegenheit verbuchten: Fisnik Asllani ließ mit einem wuchtigen Distanzschuss die Latte erzittern (29.) ein Moment, der das Stadion kurz zum Beben brachte.
Nach dem Seitenwechsel folgte die spielentscheidende Szene: In der 53. Minute war es Kerem Aktürkoğlu, der nach einer unübersichtlichen Situation im Strafraum am schnellsten reagierte und den Ball über die Linie drückte. Ein Treffer mit maximaler Wirkung und der Startschuss für eine nervenaufreibende Schlussphase.
Kosovo warf in den letzten Minuten noch einmal alles nach vorne, doch die türkische Defensive hielt stand. Mit dem Abpfiff brachen alle Dämme: Spieler wie Mert Müldür, Zeki Çelik und das Ausnahmetalent Arda Güler feierten ausgelassen, stellvertretend für eine ganze Fußballnation, die diesen Moment lange herbeigesehnt hatte.

Für Kosovo hingegen endet ein beeindruckender Lauf auf bittere Weise. Nach der Sensation im Halbfinale war der Traum von der ersten WM-Teilnahme zum Greifen nah, doch am Ende fehlte das entscheidende Quäntchen Glück.
Während in der Türkei die Vorfreude auf die Duelle bei der WM, unter anderem gegen Gastgeber USA, wächst, bleibt im Kosovo vor allem eines: Stolz auf eine Mannschaft, die sich auf der internationalen Bühne eindrucksvoll präsentiert hat auch wenn das große Happy End ausblieb.
Nächster Tiefschlag für Italien: WM-Traum platzt erneut – Bosnien schreibt Geschichte

Italien erlebt den nächsten historischen Rückschlag und diesmal sitzt der Schmerz besonders tief. Die Italienische Fußballnationalmannschaft hat zum dritten Mal in Folge die Qualifikation für eine Weltmeisterschaft verpasst. Im entscheidenden Playoff-Finale unterlag die Squadra Azzurra Bosnien und Herzegowina Nationalmannschaft nach dramatischen 120 Minuten und Elfmeterschießen und stürzte damit eine ganze Fußballnation in die nächste Krise.
Dabei begann die Partie aus italienischer Sicht vielversprechend. Früh nutzte Moise Kean einen folgenschweren Fehler von Torhüter Nikola Vasilj und brachte sein Team in Führung (15.). Doch der Spielverlauf kippte noch vor der Pause entscheidend: Nach einem Platzverweis gegen Alessandro Bastoni (41.) musste Italien fortan in Unterzahl agieren, ein Wendepunkt, der das Spiel nachhaltig prägte.
In der Folge zog sich Italien tief zurück und setzte fast ausschließlich auf Konter. Zwar bot sich Kean noch die große Chance zum zweiten Treffer, doch sein Versuch verfehlte knapp das Ziel. Insgesamt blieb die Offensive der Azzurri überraschend harmlos, nur zwei Abschlüsse in der regulären Spielzeit sprechen eine deutliche Sprache.
Bosnien hingegen erhöhte mit zunehmender Spieldauer den Druck und wurde spät belohnt. Haris Tabaković erzielte in der 79. Minute den verdienten Ausgleich und rettete sein Team in die Verlängerung. Dort fiel keine Entscheidung, sodass das Elfmeterschießen über alles entschied.
Zum tragischen Helden aus italienischer Sicht wurde schließlich Esmir Bajraktarević: Mit seinem verwandelten Strafstoß besiegelte er das Aus der Azzurri und schoss Bosnien zur zweiten WM-Teilnahme der Geschichte. Angeführt von Routinier Edin Džeko erfüllte sich das Team damit den großen Traum von der Endrunde.

“Ich habe es nicht geschafft, uns zur WM zu bringen”
– Gattuso
Für Italien hingegen setzt sich eine beispiellose Negativserie fort. Nach dem Scheitern gegen Schweden 2018 und Nordmazedonien 2022 bleibt der viermalige Weltmeister erneut außen vor, ein Zustand, der im Mutterland des Fußballs für Fassungslosigkeit sorgt und grundlegende Fragen aufwirft. Italiänische-Medien schreiben: “Jetzt müssen alle rausfliegen!”
Während Bosnien nun mit Selbstvertrauen zur WM reist, bleibt Italien einmal mehr nur die Rolle des Zuschauers und die Suche nach Antworten auf eine Krise, die längst strukturelle Ausmaße angenommen hat.
Schweden in letzter Minute – Tschechien setzt sich im Elfmeterschießen durch
Auch in den weiteren Playoff-Finals ging es dramatisch zu, mit knappen Entscheidungen und großen Emotionen.
So sicherte sich die Schwedische Fußballnationalmannschaft in einem packenden Duell gegen Polen das WM-Ticket. Beim 3:2-Erfolg bewiesen die Skandinavier Nervenstärke und Offensivpower, während Polen trotz großem Kampf am Ende knapp scheiterte.
Noch mehr Spannung bot das Duell zwischen Dänemark und Tschechien (2:2 nach Verlängerung). Nach einem intensiven Schlagabtausch musste die Entscheidung im Elfmeterschießen fallen, mit dem besseren Ende für die Tschechen. Mit 3:1 vom Punkt setzte sich Tschechien durch und ließ die dänischen Hoffnungen platzen.
Damit komplettieren Schweden und Tschechien das Feld der Playoff-Sieger, während für Polen und Dänemark der Traum von der Weltmeisterschaft in letzter Sekunde zerplatzte.

