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Rafael Nadal nach dem Tennis: So sieht sein Leben als Sportrentner aus

Juli 16, 2026
2 Minuten Lesezeit
Rafael Nadal playing at the Cincinnati Masters in 2008. Quelle: Wikimedia Com. Pahcal123

Jahrelang war Rafael Nadal das, was andere Sportler in Ehrfurcht versetzt: ein Mann, der Schmerzen einfach wegtrainierte. Müller-Weiss-Syndrom, ein langsam absterbender Knochen im Fuß, und trotzdem 22 Grand-Slam-Titel. Seit November 2024 ist das vorbei. Nadal ist 40, und sein Alltag sieht heute fundamental anders aus als die Sandplatzhölle von Roland Garros.

Der Körper, der ihn jahrelang begrenzte

Nadal leidet am sogenannten Müller-Weiss-Syndrom, einer seltenen degenerativen Erkrankung, bei der das Kahnbein im mittleren Fußwurzelbereich langsam abstirbt. Wer wissen will, wie viel Willen hinter 22 Grand-Slam-Titeln steckt, sollte sich diese Diagnose einmal genau ansehen. Die letzten Jahre seiner Karriere waren ein permanenter Kampf gegen diesen Schmerz.

Gegenüber dem Wall Street Journal berichtete Nadal, dass er am Ende seiner aktiven Zeit endlich eine Behandlung gefunden habe, die ihm helfe, die Schmerzen besser zu ertragen. Dazu kommt: Er treibt seinen Körper nicht mehr an seine Grenzen. „Nach meinem Rücktritt hatte ich etwa sechs bis acht Monate lang eine sehr schwere Zeit“, sagt er. Heute gehe es ihm gesundheitlich „viel besser“, und er könne ein „sehr positives Leben führen“. Dazu kam im Dezember 2025 noch eine Handoperation, die ihn einige Monate lang vom Tennisspielen abhielt. Der Körper, den er Jahrzehnte lang bis an die Grenze trieb, fordert eben seine Rechnung.

Quelle: Wikimedia Com. Ministerio Secretaria General de Gobierno

Wie der Tag eines Tennis-Rentners aussieht

Früh aufstehen ist geblieben. Nadal startet im Schnitt um Viertel vor sieben. Zum Frühstück gibt es Toast mit Sardellen, keinen Kaffee. „Ich mag den Geruch, aber trinke keinen“, sagt er dem Wall Street Journal. Dann bringt er seinen Sohn in die Schule, die er selbst mit aufgebaut hat: eine Tennisakademie mit angeschlossener Schule.

Fitness bleibt ein fester Anker. Dreimal pro Woche geht Nadal ins Fitnessstudio, von 8.30 bis zehn Uhr, danach ins Büro. Als Investor ist er in mehreren Geschäftsfeldern aktiv, darunter eine Sportvermarktungsfirma und eine Hotelkette. Der Mann, der auf dem Platz nie stillsitzen konnte, hat offenbar auch im Ruhestand keine Probleme damit, sich zu beschäftigen.

Golf, Fußball, Angeln und alte Filme

Quelle: Instagram @rafaelnadal

Was sich verändert hat: Zeit für alles, was neben dem Tennis jahrelang zu kurz kam. Nadal listet im Gespräch mit dem Wall Street Journal auf, was ihm heute wichtig ist. Zuerst, ohne Umschweife: Familie. Dann Golf. Dann Fußball. Dann das Meer und alles, was darauf passiert, vor allem Angeln. Und Kino.

Besonders alte Filme haben es ihm angetan. „Jenseits von Afrika“, „Lawrence von Arabien“, „Vom Winde verweht“. Kein schlechter Geschmack für jemanden, der sonst eher für seine Vorhand bekannt ist.

Tennis selbst spielt er derzeit nicht. Die Handoperation hat das verhindert. Ein kleines Signal an seine Fans gibt er aber doch: „In Zukunft möchte ich gern ein paar Showmatches bestreiten.“

Was du daraus mitnimmst

Nadals Geschichte ist kein Ratgeber im klassischen Sinn, aber sie zeigt etwas Konkretes: Wer jahrzehntelang auf Leistung getrimmt war, braucht nach dem Ende nicht zwingend einen Zusammenbruch. Er braucht Struktur, die bleibt (feste Aufstehzeit, regelmäßiges Training), und Raum, der sich neu füllt (Familie, Hobbys, Projekte). Nadal hat beides. Und er hat endlich die Zeit, „Lawrence von Arabien“ in Ruhe zu Ende zu schauen.

Quellen: Der Spiegel, Wall Street Journal

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