29 Punkte Rückstand, Pfiffe von den Rängen und eine hitzige Debatte mit US-Präsident Donald Trump: Für LeBron James begann der Abend alles andere als vielversprechend. Doch gemeinsam mit den Philadelphia 76ers gelang dem NBA-Superstar gegen die Cleveland Cavaliers eine spektakuläre Wende. Beim 114:106-Erfolg schrieb Philadelphia ein Stück Vereinsgeschichte.
LeBron James hat in seiner langen NBA-Karriere schon zahlreiche außergewöhnliche Momente erlebt. Der Auftritt gegen die Cleveland Cavaliers dürfte dennoch einen besonderen Platz einnehmen. Mit den Philadelphia 76ers machte der 41-Jährige einen Rückstand von 29 Punkten wett und feierte einen 114:106-Sieg. Für die Franchise war es laut dem vorliegenden Bericht die größte Aufholjagd seit drei Jahrzehnten. Auch für James persönlich war es das größte Comeback seiner Karriere.
Dabei deutete zur Halbzeit wenig auf einen solchen Erfolg hin. Philadelphia leistete sich zahlreiche Fehler, die Cavaliers nutzten die Schwächen konsequent aus. Insgesamt 15 Ballverluste standen für die Sixers zu Buche, fünf davon gingen auf das Konto von James. Die Fans reagierten mit Buhrufen, der Abend drohte zum sportlichen Debakel zu werden.
Nach der Pause beginnt die Aufholjagd
Nach dem Seitenwechsel präsentierten sich die 76ers wie ausgewechselt. Cleveland verlor zunehmend den offensiven Rhythmus, während Philadelphia Punkt um Punkt aufholte. Die Defensive der Gastgeber bekam den Gegner immer besser in den Griff, gleichzeitig fanden die Sixers offensiv Lösungen.
Knapp sieben Minuten vor dem Ende gelang Philadelphia schließlich erstmals die Führung. Ein beeindruckender 15:0-Lauf brachte die Halle endgültig zum Beben. Aus einem scheinbar aussichtslosen Rückstand war plötzlich eine Partie geworden, die James und seine Mitspieler vollständig kontrollierten.

Tyrese Maxey avancierte mit 32 Punkten zum erfolgreichsten Werfer der Sixers. Joel Embiid steuerte weitere 24 Zähler bei. James beendete die Begegnung mit 17 Punkten, zehn Rebounds, fünf Assists und drei Steals. Besonders bemerkenswert: Nach der Pause unterlief ihm kein einziger Ballverlust mehr.
Streit mit Donald Trump sorgt vor dem Spiel für Schlagzeilen
Die sportliche Leistung war nicht das einzige Thema rund um James. Bereits vor der Partie hatte sich der Basketballstar eine öffentliche Auseinandersetzung mit US-Präsident Donald Trump geliefert.
Auslöser war ein Video, das James während der amerikanischen Nationalhymne vor dem vorherigen Saisonspiel gegen die New York Knicks zeigen soll. Darin wirkte es, als würde der Superstar seinen Golfschwung üben. Trump verbreitete den Clip selbst auf seiner Plattform Truth Social und warf dem Basketballer mangelnden Respekt gegenüber den Vereinigten Staaten vor.
Auch bei einer Veranstaltung in Iowa legte der Präsident nach. Er forderte James öffentlich zu einer Entschuldigung gegenüber Soldaten und Veteranen auf.
Der NBA-Star reagierte knapp und mit einer spürbaren Portion Ironie. „It must be a slow news day at the office“, erklärte James sinngemäß, offenbar gebe es im Büro gerade wenig Interessantes zu berichten. Damit ließ er die Provokation nicht unbeantwortet, ohne sich in eine längere öffentliche Auseinandersetzung zu verwickeln.
Die Antwort liefert James auf dem Basketballfeld
Im Spiel gegen Cleveland stand James während der Nationalhymne diesmal aufrecht. Anschließend rückte allerdings schnell der Sport in den Mittelpunkt. Gemeinsam mit Maxey, Embiid und dem restlichen Team verwandelte er einen schwierigen Abend in einen denkwürdigen Erfolg.

Dass ausgerechnet James nach einem schwachen Start noch eine solche Wende mitgestaltete, passt zu seinem Ruf als einer der prägendsten Spieler seiner Generation. Mit 41 Jahren übernimmt er weiterhin Verantwortung, sammelt wichtige Statistiken und beeinflusst das Spiel auch dann, wenn nicht alles nach Plan läuft.
Der Sieg dürfte den 76ers nicht nur sportlich guttun. Eine Aufholjagd dieser Größenordnung kann auch das Selbstvertrauen einer Mannschaft stärken. Für James war es zugleich eine Gelegenheit, nach den Schlagzeilen rund um Trump die Aufmerksamkeit wieder auf seine Leistung auf dem Parkett zu lenken.
Ein Rückstand von 29 Punkten, eine hitzige Debatte abseits des Courts und am Ende ein historischer Sieg: Philadelphia hat einen Abend erlebt, der in Erinnerung bleiben dürfte. Und LeBron James einmal mehr gezeigt, dass er auch mit 41 Jahren noch für außergewöhnliche Geschichten sorgen kann.
Aktuelle Schlagzeilen
- 01
- 02
- 03
- 04
- 05
