Alexander Zverev ist nur noch zwei Siege von seinem nächsten Grand-Slam-Triumph entfernt. Der Hamburger hat bei den US Open in New York das Halbfinale erreicht und dabei gleichzeitig eine deutsche Bestmarke aufgestellt.
Im Viertelfinale ließ Zverev dem Niederländer Botic van de Zandschulp nur phasenweise Raum zur Entfaltung. Nach 2:17 Stunden stand der 6:2, 7:5, 6:1-Erfolg des Weltranglistenzweiten fest. Damit steht Zverev zum dritten Mal nach 2020 und 2021 unter den besten vier Spielern des Turniers.
Zverev bleibt auch unter Druck ruhig
Vor allem der zweite Satz verlangte dem 29-Jährigen einiges ab. Van de Zandschulp fand besser in die Partie und setzte Zverev zunehmend unter Druck. Beim Stand von 5:4 erspielte sich der Niederländer sogar einen Satzball.
Zverev behielt jedoch die Nerven, wehrte die Chance ab und schlug anschließend selbst zu. Mit dem Break zum 6:5 legte er den Grundstein für den Satzgewinn. Das 7:5 brachte ihn endgültig auf die Siegerstraße.
Im dritten Durchgang war die Gegenwehr des Niederländers weitgehend gebrochen. Zverev gelangen zwei Breaks, anschließend brachte er die Partie kontrolliert zu Ende. Den zweiten Matchball verwandelte er zum 6:1.

Neue deutsche Bestmarke
Mit seinem Erfolg schrieb Zverev zugleich deutsche Tennisgeschichte. 23 Siege bei Grand-Slam-Turnieren innerhalb eines Kalenderjahres hatte zuvor noch kein deutscher Profi geschafft.
Die bisherige Bestmarke hielt Boris Becker. Der dreimalige Wimbledon-Champion kam 1989, dem Jahr seines US-Open-Triumphs, auf 22 Siege bei den vier großen Turnieren.
Zverev hat damit bereits einen Rekord geknackt und könnte seine eigene Bestmarke noch deutlich ausbauen. Zwei weitere Siege in New York würden seine Bilanz auf 25 Grand-Slam-Erfolge im laufenden Jahr erhöhen.
Khachanov wartet im Halbfinale
Der nächste Gegner heißt Karen Khachanov. Der Russe erreichte die Vorschlussrunde, ohne sein Viertelfinale komplett bestreiten zu müssen. Sein belgischer Gegner Alexander Blockx musste die Partie wegen einer Oberschenkelverletzung aufgeben.
Zverev und Khachanov kennen sich gut. Eine besondere Erinnerung verbindet beide mit den Olympischen Spielen 2021 in Tokio: Damals setzte sich Zverev im Finale gegen den Russen durch und gewann die Goldmedaille.
Nun geht es allerdings um deutlich mehr als eine weitere Partie zwischen zwei bekannten Gegnern. Zverev will in New York den nächsten großen Schritt machen und seinen zweiten Grand-Slam-Titel nach dem French-Open-Erfolg holen.

Auch die Belastung bleibt ein Thema
Zverev zeigte sich nach dem Viertelfinale zufrieden mit seinem körperlichen Zustand. Gerade bei Grand-Slam-Turnieren über fünf Sätze ist die Belastung für den Hamburger ein entscheidender Faktor.
„Ich bin froh, hier im Halbfinale zu sein, aber ich will noch weiterkommen“, sagte Zverev nach seinem Sieg.
Seine Vorbereitung auf den nächsten Einsatz dürfte erneut wenig glamourös ausfallen: Eisbaden, Essen, Medienpflichten, Behandlung beim Physiotherapeuten, anschließend geht es ins Bett. Wirklich früh endet der Tag für Zverev allerdings nicht immer. In der Nacht zuvor hatte er bis 3.30 Uhr das Viertelfinale zwischen Ben Shelton und Carlos Alcaraz verfolgt.
US-Duell im zweiten Halbfinale
Neben Zverev und Khachanov kämpfen zwei Amerikaner um den Einzug ins Endspiel. Ben Shelton trifft auf Frances Tiafoe.
Damit ist klar: Einer der vier Halbfinalisten wird am Ende im Finale stehen, doch Zverev hat sein Ziel längst definiert. Nach dem souveränen Auftritt gegen van de Zandschulp fehlen ihm nur noch zwei Siege zum US-Open-Triumph.
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