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NFL ist zurück: Woche 1 liefert Drama, Überraschungen und erste Fingerzeige

Die neue NFL-Saison 2026/27 ist gestartet
September 14, 2026
5 Minuten Lesezeit
NFL ist zurück: Woche 1 liefert Drama, Überraschungen und erste Fingerzeige
Bild: @nfl / Instagram

Die neue NFL-Saison ist gestartet und schon der erste Spieltag hat gezeigt, warum die Liga weltweit so viele Fans begeistert. Spektakuläre Comebacks, überraschende Siege, historische Zahlen und ein deutscher Star-Receiver im Mittelpunkt: Woche 1 hatte nahezu alles zu bieten.

Endlich wieder Football. Nach Monaten der Vorbereitung, Transfers, Drafts und Prognosen zählt nun wieder das Geschehen auf dem Rasen. Und bereits die ersten Spiele der neuen Saison haben einige interessante Fragen aufgeworfen.

Wer gehört tatsächlich zur Spitze? Welche Teams sind besser als erwartet? Und bei wem könnten die Probleme größer sein, als es vor Saisonbeginn den Anschein hatte?

Natürlich gilt nach nur einer Spielwoche weiterhin: Vorsicht vor voreiligen Schlüssen. Trotzdem gab es einige deutliche Signale.

Amon-Ra St. Brown startet spektakulär

Einer der Gewinner des Auftaktwochenendes ist zweifellos Amon-Ra St. Brown.

Der Deutsch-Amerikaner war beim dramatischen 31:30-Erfolg seiner Detroit Lions gegen die New Orleans Saints einer der entscheidenden Faktoren. St. Brown fing zehn Pässe für 67 Yards und erzielte zwei Touchdowns. Den zweiten davon brachte er in der Verlängerung in die Endzone.

Bild: @detroitlionsnfl / Instagram

Dabei sah es lange nach einem komfortablen Auftaktsieg der Lions aus. Detroit führte zwischenzeitlich 21:0, doch New Orleans kämpfte sich eindrucksvoll zurück. Die Saints glichen kurz vor Ende der regulären Spielzeit aus und machten die Partie zu einem Krimi.

Auch in der Verlängerung blieb das Spiel dramatisch. Nachdem St. Brown Detroit erneut in Führung gebracht hatte, antworteten die Saints. Kellen Moore entschied sich anschließend gegen den Extrapunkt und für die riskante Two-Point-Conversion. Der Versuch scheiterte und die Lions entkamen mit einem Sieg.

Für St. Brown war es trotzdem ein Saisonstart nach Maß.

Vikings gewinnen trotz klarer statistischer Unterlegenheit

Noch ungewöhnlicher verlief das Duell zwischen den Minnesota Vikings und den Green Bay Packers.

Die Vikings gewannen mit 39:22, obwohl sie bei den Total Yards deutlich zurücklagen. Green Bay kam auf 417 Yards, Minnesota lediglich auf 239.

Der entscheidende Unterschied war deshalb nicht die offensive Produktion, sondern die Vikings-Defense.

Defensive Coordinator Brian Flores setzte die Packers mit einer extrem aggressiven Strategie unter Druck. Minnesota blitzte bei mehr als 70 Prozent der gegnerischen Dropbacks eine außergewöhnlich hohe Quote.

Quarterback Jordan Love bekam dadurch kaum Zeit, seine Offense kontrolliert aufzubauen. Die Vikings erzeugten konstant Druck und zwangen Green Bay zu Fehlern.

Bild: @nfl / Instagram

Offensiv musste Minnesota dagegen improvisieren. Kyler Murray startete, warf früh eine Interception und musste nach einer Gehirnerschütterung das Spielfeld verlassen. Carson Wentz übernahm und warf zwar lediglich für 133 Yards, brachte aber drei Touchdown-Pässe an.

Zweimal fand er Justin Jefferson in der Endzone.

Die große Erkenntnis aus Minnesota lautet deshalb: Diese Defense kann Spiele dominieren. Die offene Frage bleibt, ob die Quarterback-Position langfristig gut genug besetzt ist, um daraus ein echtes Spitzenteam zu machen.

Chicago setzt ein offensives Ausrufezeichen

Noch beeindruckender war der Auftritt der Chicago Bears.

Mit einem 59:37 gegen die Carolina Panthers legte das Team von Head Coach Ben Johnson einen spektakulären Saisonstart hin. Insgesamt fielen 96 Punkte, so viele wie noch nie zuvor in einem Week-1-Spiel.

Besonders interessant war die Entwicklung von Quarterback Caleb Williams.

Bild: @nfl / Instagram

Williams brachte 72,4 Prozent seiner Pässe an, warf für 269 Yards und zwei Touchdowns und steuerte zusätzlich 65 Rushing Yards sowie zwei weitere Touchdowns bei.

Damit zeigte der Quarterback genau die Entwicklung, auf die Chicago gehofft hatte.

Doch nicht nur das Passspiel funktionierte. Die Bears erzielten unglaubliche 291 Rushing Yards und sechs Touchdowns am Boden.

Das macht die Offense schwer ausrechenbar.

Und noch bemerkenswerter: Tight End Colston Loveland spielte praktisch keine Rolle. Er wurde nur zweimal angeworfen und fing keinen Pass.

Wenn Chicago bereits dann fast 60 Punkte erzielt, wenn eine der wichtigsten Waffen kaum eingebunden wird, dürfte das für die Konkurrenz keine besonders angenehme Nachricht sein.

Giants überraschen Dallas

Auch in New York gab es einen gelungenen Neustart.

Die Giants besiegten die Dallas Cowboys mit 28:20 und sorgten damit direkt für einen wichtigen Erfolg unter ihrem neuen Head Coach John Harbaugh.

Quarterback Jaxson Dart überzeugte mit 23 erfolgreichen Pässen bei 29 Versuchen, 230 Passing Yards und drei Touchdown-Pässen. Zusätzlich erlief er selbst 54 Yards.

Bild: @nygiants / Instagram

Besonders auffällig war seine Ruhe. Dart kombinierte präzise Würfe mit gezielten Läufen und vermied dabei die unnötigen Treffer, die ihn in seiner Rookie-Saison noch häufiger aus dem Rhythmus gebracht hatten.

Auch zwei Rückkehrer sorgten für positive Schlagzeilen.

Running Back Cam Skattebo meldete sich nach seiner schweren Verletzung eindrucksvoll zurück und erlief bei 18 Versuchen 81 Yards. Receiver Malik Nabers fing in seinem ersten Spiel nach seinem Kreuzbandriss sechs Pässe für 69 Yards.

Die Giants haben damit gleich zu Saisonbeginn gezeigt, dass sie unter Harbaugh anders auftreten wollen.

Cowboys scheitern an sich selbst

Dallas hatte durchaus Chancen, die Partie zu drehen. Doch die Cowboys machten sich das Leben selbst schwer.

Acht Strafen über insgesamt 85 Yards sprechen eine deutliche Sprache. Dazu kamen weitere unnötige Fehler, die den Spielfluss immer wieder zerstörten.

Besonders bitter war eine Strafe nach einem Touchdown von Javonte Williams. Dadurch wurde der anschließende Extrapunktversuch schwieriger und Dallas verpasste die zusätzlichen Punkte.

Head Coach Brian Schottenheimer sprach anschließend selbst von einer „Lektion in Demut“.

Das Problem der Cowboys war also weniger fehlendes Talent als mangelnde Disziplin. Nach einer einzigen Partie ist das noch kein Grund zur Panik. Wenn sich solche Fehler allerdings wiederholen, könnte Dallas schnell Probleme bekommen.

Atlanta muss schon nach Woche 1 reagieren

Während einige Teams positiv überraschten, sieht die Lage bei den Atlanta Falcons deutlich schwieriger aus.

Atlanta verlor mit 13:20 gegen die Pittsburgh Steelers und offenbarte dabei vor allem auf der Quarterback-Position große Probleme.

Cooper Rush musste einspringen, weil Michael Penix nach seinem Kreuzbandriss noch nicht wieder einsatzbereit war. Gleichzeitig stand auch Tua Tagovailoa wegen Rückenproblemen nicht zur Verfügung.

Bild: @atlantafalcons / Instagram

Die Quarterback-Situation war damit bereits vor dem Kickoff äußerst ungewöhnlich.

Rush brachte lediglich 143 Yards zustande, warf einen Touchdown und zwei Interceptions. Eine davon nutzte Steelers-Star T.J. Watt spektakulär für einen Pick-Six.

Watt schrieb damit gleichzeitig NFL-Geschichte: Er wurde erst der zweite Spieler überhaupt mit mindestens 100 Sacks und zehn Interceptions.

Für Atlanta ist die Niederlage dennoch besonders bedenklich, weil nicht nur der Quarterback Sorgen bereitet. Die Kaderbreite scheint ebenfalls ein Problem zu sein.

Nach nur einem Spiel sollte man noch kein endgültiges Urteil fällen. Doch die Falcons haben bereits in Woche 1 gezeigt, wie schnell Verletzungen und fehlende Tiefe einen Kader an seine Grenzen bringen können.

Arizona schockt die Chargers

Eine weitere Überraschung gelang den Arizona Cardinals.

Mit 26:14 bezwangen sie die Los Angeles Chargers und sorgten damit für einen Fehlstart des Teams um Quarterback Justin Herbert.

Herbert beendete die Partie mit 209 Passing Yards, einem Touchdown und einer Interception. Drei Sacks zeigen zudem, dass die Protection nicht zuverlässig genug funktionierte.

Bild: @nfl / Instagram

Auf der anderen Seite lieferte Jacoby Brissett eine starke Vorstellung ab. Der neue Cardinals-Starter brachte 27 von 37 Pässen für 277 Yards an den Mann und fand Tight End Trey McBride für einen wichtigen Touchdown.

Arizona überzeugte zudem mit einer ausgeglichenen Offensive und einer Defense, die im richtigen Moment entscheidende Plays produzierte.

Für die Chargers ist die Niederlage noch kein Grund zur Aufregung, aber der Saisonstart hat deutlich gemacht, dass der neue offensive Ansatz nicht automatisch sofort funktionieren wird.

Die ersten Lehren der neuen Saison

Nach einer einzigen Woche ist es zu früh für endgültige Urteile. Aber einige Trends zeichnen sich bereits ab.

Die Vikings besitzen eine Defense, die Spiele alleine beeinflussen kann.
Die Bears könnten offensiv zu einem der unangenehmsten Teams der Liga werden.
Die Giants haben unter John Harbaugh einen vielversprechenden Start hingelegt.
Die Cowboys müssen ihre Disziplin dringend verbessern.
Die Falcons stehen wegen ihrer dünnen Kaderdecke früh unter Druck.
Und Amon-Ra St. Brown hat einmal mehr gezeigt, dass er zu den gefährlichsten Receivern der NFL gehört.

Die eigentliche Saison beginnt damit gerade erst.

Woche 1 liefert schließlich nur die ersten Hinweise. Entscheidend wird sein, welche Teams ihre Stärken bestätigen können und wer seine Schwächen schnell genug korrigiert.

Eines steht allerdings bereits fest: Die NFL ist zurück. Und langweilig wird diese Saison offenbar nicht.

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