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Nach Absage von Arda Turan: Sergen Yalcin soll die Türkei retten

Oktober 20, 2026
2 Minuten Lesezeit
Nach Absage von Arda Turan: Sergen Yalcin soll die Türkei retten
Bild: @ertansuzgun /Instagram

Die türkische Nationalmannschaft steht vor einem Neuanfang und offenbar soll eine Vereinslegende die schwierige Aufgabe übernehmen. Nach mehreren Absagen hat der türkische Fußballverband (TFF) laut übereinstimmenden Medienberichten Sergen Yalcin als Nachfolger des entlassenen Vincenzo Montella auserkoren. Eine offizielle Bestätigung könnte nach der Vorstandssitzung am Dienstag folgen.

Dabei soll Yalcin ursprünglich nicht die erste Wahl gewesen sein. Vor allem Arda Turan galt als Wunschkandidat für den Trainerposten, sagte dem Verband jedoch ab. Der ehemalige türkische Nationalspieler will seine Arbeit bei Schachtjor Donezk fortsetzen, wo er noch bis zum kommenden Sommer unter Vertrag steht. Auch Abdullah Avci soll für die Position angefragt worden sein, stand aber offenbar nicht zur Verfügung.

Damit könnte Yalcin nun die Chance erhalten, die angeschlagene Nationalmannschaft wieder auf Kurs zu bringen.

Montella-Aus nach enttäuschenden Ergebnissen

Die Trennung von Vincenzo Montella Anfang Oktober markierte das Ende einer dreijährigen Amtszeit. Unter dem Italiener hatte die Türkei bei der Europameisterschaft 2024 das Viertelfinale erreicht und sich für die Weltmeisterschaft 2026 qualifiziert. Beim Turnier selbst folgte allerdings die Ernüchterung: Nach zwei Niederlagen zum Auftakt war bereits in der Gruppenphase Schluss.

Auch in der Nations League blieb die erhoffte Wende aus. Vier Niederlagen, darunter ein deutliches 1:4 gegen Italien und ein 0:3 gegen Belgien, brachten die Mannschaft zusätzlich unter Druck. Der Abstieg aus Liga A ist damit kaum noch abzuwenden.

Der Verband steht nun vor der Aufgabe, eine verunsicherte Mannschaft neu aufzubauen und gleichzeitig die hohen Erwartungen der türkischen Fußballfans zu erfüllen.

Besiktas-Ikone mit Meister-Erfahrung

Mit Sergen Yalcin würde ein Trainer übernehmen, der den türkischen Fußball bestens kennt. Als Spieler prägte er insbesondere Besiktas Istanbul, wo er bis heute als Legende gilt. Für die türkische Nationalmannschaft absolvierte der technisch versierte Linksfuß 37 Länderspiele und erzielte fünf Tore.

Bild: @altligler /Instagram

Auch als Trainer konnte Yalcin bereits Erfolge feiern. Seinen bislang größten Triumph erlebte er in der Saison 2020/21, als er Besiktas zum Double aus türkischer Meisterschaft und Pokalsieg führte. Nach seiner Rückkehr zu seinem Herzensklub im Sommer 2025 trat er im Mai wieder zurück.

Seine Trainerlaufbahn war zuvor von mehreren Stationen bei türkischen Vereinen geprägt. Eine Aufgabe auf internationaler Ebene wäre nun eine neue Herausforderung und zugleich eine Gelegenheit, seine Fähigkeiten auf der größten Bühne des türkischen Fußballs unter Beweis zu stellen.

Härtetest gegen Belgien und Frankreich

Viel Zeit zur Eingewöhnung dürfte der neue Nationaltrainer nicht bekommen. Bereits am 12. November steht das Heimspiel gegen Belgien an. Drei Tage später wartet auswärts Frankreich.

Besonders interessant wird sein, welche Rolle Yalcin den jungen Offensivstars Arda Güler von Real Madrid und Kenan Yildiz von Juventus Turin zuweist. Beide gelten als zentrale Figuren für die Zukunft der türkischen Auswahl. Gelingt es dem möglichen neuen Coach, das Potenzial der beiden optimal einzusetzen und gleichzeitig die Defensive zu stabilisieren, könnte der Neustart gelingen.

Vom Kandidaten dritter Wahl zum Hoffnungsträger?

Dass Yalcin offenbar erst nach den Absagen anderer Kandidaten zum Zug kommt, dürfte die Erwartungen nicht gerade senken. Der Verband soll nach den Amtszeiten der ausländischen Trainer Montella und Stefan Kuntz zudem wieder verstärkt auf einen einheimischen Coach setzen wollen.

Bild: @sergenyalcinreis / Instagram

Ob der 53-Jährige tatsächlich den Zuschlag erhält, muss die offizielle Bekanntgabe zeigen. Sollte die Verpflichtung bestätigt werden, wartet auf ihn eine anspruchsvolle Mission: Er muss eine Mannschaft aus der sportlichen Krise führen und möglichst schnell wieder für Vertrauen sorgen.

Für Yalcin wäre es die wohl größte Herausforderung seiner Trainerkarriere. Für die Türkei könnte seine Verpflichtung der Beginn eines dringend benötigten Neuanfangs sein.

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