Drei Tore, zwei Vorlagen, 30 Minuten pro Treffer. Und dann noch das: Deniz Undav, Stürmer des VfB Stuttgart, steht nach dem Abschluss der WM-Gruppenphase im neuen FIFA Power Ranking mit 8,37 von zehn möglichen Punkten an der Spitze aller Feldspieler. Vor Lionel Messi. Vor Kylian Mbappé. Es ist eine Zahl, die man zweimal lesen muss.
Der Algorithmus, der keine Legenden kennt
Das neue FIFA-Platzierungssystem soll Leistung objektiv messen, auf Datenbasis, ohne Rücksicht auf Namen oder Reputationen. Jeder Feldspieler bekommt in drei Kategorien einen Wert zwischen 0 und 10 zugeordnet: Offensive, Kreativität, Defensive. Entwickelt wurde der Algorithmus unter der Leitung von Arsène Wenger, dem langjährigen Teammanager des FC Arsenal, der beim Weltverband seit Jahren an Reformprojekten beteiligt ist.
Das Ergebnis nach der Vorrunde ist eindeutig. Undav kommt auf 8,37 Punkte. Messi, mit Argentinien durch die Gruppe, folgt mit 8,33. Mbappé landet bei 8,12. In der Einzelkategorie Kreativität führt Michael Olise, der französische Angreifer des FC Bayern, mit 8,02 Punkten. Die Defensive-Wertung gewinnt Kanadas Derek Cornelius mit 7,3.
Matchwinner, Torjäger, Vorbereiter

Was hinter den Zahlen steckt, ist kein Zufall. Undav hat in der Gruppenphase drei Tore erzielt und zwei weitere vorbereitet. Gegen die Elfenbeinküste, die Deutschland 2:1 besiegte, war er der entscheidende Mann. Pro Tor benötigte er im Schnitt 30 Minuten Einsatzzeit, minimal weniger als Messi, der auf 33 Minuten kommt. Zum Vergleich: Mbappé war Torschützenkönig der WM 2022, mit acht Treffern, in einem Turnier, das er im Finale fast im Alleingang gedreht hätte.
Dass Undav in dieser Gesellschaft nicht nur mithalten, sondern voranstehen kann, sagt viel über seine Gruppenphase aus. Und doch bleibt die Einordnung wichtig: Ein Power Ranking nach der Vorrunde ist ein Zwischenstand, kein Urteil. Das Turnier hat gerade erst begonnen.
Was dieses Ranking bedeutet

Für Undav persönlich ist die Zahl mehr als eine Statistik. Er ist kein Spieler, den die internationale Öffentlichkeit vor diesem Turnier auf dem Zettel hatte. Der VfB Stuttgart ist kein Klub, der regelmäßig WM-Topscorer produziert. Dass ein Algorithmus, der unter Wenger-Aufsicht auf Neutralität getrimmt wurde, ihn vor Messi und Mbappé setzt, ist ein Signal, das über das Turnier hinausgeht.
Ob das Power Ranking am Ende der WM noch genauso aussieht, wird sich zeigen. Messi und Mbappé haben in K.o.-Phasen eine andere Schaltung. Undav auch schon, zuletzt in der Bundesliga. Was nach der Vorrunde feststeht: Dieser Stürmer aus Stuttgart hat die WM 2026 mit einer Leistung eröffnet, die kein Ranking ignorieren konnte.
Quellen: Sky Sport, SID
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