Amon-Ra St. Brown gehört längst zu den prägenden Gesichtern der NFL. Als Leistungsträger der Detroit Lions hat sich der Wide Receiver in der besten Football-Liga der Welt etabliert. Doch trotz seiner persönlichen Erfolge ist der große Traum noch unerfüllt: der Gewinn des Super Bowls. Dass dieser Titel das erklärte Ziel seiner Mannschaft ist, macht St. Brown unmissverständlich deutlich.
Im Interview mit Sports Illustrated Deutschland, deren neue Ausgabe dem American Football ein umfangreiches Special widmet, spricht der 26-Jährige über seine sportlichen Ambitionen, seine familiären Wurzeln und die Entwicklung der Lions zu einem ernsthaften Titelkandidaten.
Ein NFL-Spiel in Deutschland als besonderes Erlebnis
Die anstehende Partie in München ist für St. Brown weit mehr als ein gewöhnliches Saisonspiel. Zwar stand er bereits als Jugendlicher in Deutschland auf dem Footballfeld, doch ein NFL-Spiel als Profi im Land seiner familiären Wurzeln besitzt für ihn eine besondere Bedeutung.

Entsprechend groß ist die Vorfreude, nicht nur bei ihm selbst, sondern auch bei seiner Familie und seinen Mitspielern. Viele seiner Teamkollegen seien neugierig auf die deutsche Kultur, die Fans und die kulinarischen Besonderheiten. Für St. Brown dürfte die Begegnung damit auch persönlich zu einem Höhepunkt werden.
Seine Verbindung zu Deutschland ist ein wichtiger Teil seiner Identität. Der in den USA geborene Receiver hat sich international eine große Fangemeinde aufgebaut und gehört zu den bekanntesten deutschen Gesichtern im American Football.
Vom ungeliebten Ziel zum Titelkandidaten
Besonders bemerkenswert ist St. Browns Rückblick auf seinen Weg zu den Lions. Als Kind hätte er sich einen Wechsel nach Detroit kaum vorstellen können. Die Franchise hatte über lange Zeit sportlich wenig Grund zur Hoffnung gegeben und gehörte nicht zu den Teams, die junge Footballspieler unbedingt auf ihrem Karriereplan haben.
Inzwischen hat sich das Bild grundlegend verändert. Die Lions haben sich zu einer Mannschaft entwickelt, die regelmäßig zu den ambitionierten Teams der Liga gezählt wird. Auch St. Brown selbst ist zu einem zentralen Baustein dieses Aufschwungs geworden.
Dass er heute eine so enge Verbindung zur Mannschaft und zur Stadt empfindet, bezeichnet er als großen Glücksfall. Seine Geschichte steht damit sinnbildlich für den Wandel einer Franchise, die sich Schritt für Schritt aus schwierigen Jahren herausgearbeitet hat.
Nach dem Rückschlag steigt der Anspruch
Die verpassten Playoffs der vergangenen Saison haben bei den Lions Spuren hinterlassen. Trainer Dan Campbell setzt deshalb offenbar wieder stärker auf Konsequenz und hohe Anforderungen. Für St. Brown ist dieser Kurs kein Problem, im Gegenteil.
Der Receiver sieht die verschärften Vorgaben als notwendigen Schritt, um die Mannschaft wieder auf Erfolgskurs zu bringen. Das Team kenne seine eigenen Fähigkeiten und wisse, welches Potenzial vorhanden sei. Entscheidend werde sein, dieses Niveau von Saisonbeginn an konstant abzurufen.

Auch persönlich hat St. Brown an seiner Beständigkeit gearbeitet. Statt sich ausschließlich auf einzelne Aspekte seines Spiels zu konzentrieren, wollte er seine Leistungen verlässlicher gestalten. Gerade in einer langen NFL-Saison kann diese Konstanz den Unterschied ausmachen.
Der Super Bowl bleibt das große Ziel
Bei aller individuellen Klasse weiß St. Brown, dass persönliche Statistiken allein keine erfolgreiche Karriere garantieren. In der NFL werden selbst herausragende Spieler nicht zwangsläufig mit einem Meistertitel belohnt. Einige Größen des Sports haben ihre Laufbahn ohne Super-Bowl-Sieg beendet.
Dennoch bleibt die Meisterschaft für den Lions-Star das Maß aller Dinge. Solange er als Profi auf dem Feld steht, will er jedes Spiel gewinnen, einschließlich des letzten Spiels der Saison. Eine solche Einstellung passt zu den hohen Erwartungen, die inzwischen an Detroit gestellt werden.
Für die Lions wäre ein Super-Bowl-Triumph der vorläufige Höhepunkt eines bemerkenswerten Aufstiegs. Für St. Brown könnte er den endgültigen Schritt vom herausragenden Einzelspieler zum Champion bedeuten.
Erst Football, dann die Zukunft
An ein Leben nach der NFL verschwendet der Deutsch-Amerikaner derzeit nur wenige Gedanken. Noch steht seine sportliche Entwicklung im Mittelpunkt. Wenn die Karriere irgendwann endet, kann er sich allerdings vorstellen, zunächst Abstand vom professionellen Sport zu gewinnen und mehr Zeit mit seiner Familie zu verbringen.
Konkrete Pläne für die Zeit danach gibt es bislang nicht. Das ist nachvollziehbar: Mitten in seiner aktiven Laufbahn hat St. Brown noch große Ziele vor Augen.

Amon-Ra St. Brown hat sich bei den Detroit Lions vom talentierten Nachwuchsspieler zum Gesicht einer ambitionierten Mannschaft entwickelt. Der Rückschlag der vergangenen Saison soll zum Antrieb werden, die eigenen Ansprüche wieder zu erfüllen. Die Vorfreude auf das Deutschland-Spiel sorgt für zusätzliche Motivation, doch langfristig zählt für St. Brown vor allem eines: der Gewinn des Super Bowls.
Quelle: Sports Illustrated
Aktuelle Schlagzeilen
- 01
- 02
- 03
- 04
- 05
