Cristiano Ronaldo weinte. Nicht diskret, nicht kurz, sondern so, wie er alles macht: vollständig. Nachdem Al-Nassr Damac mit 4:1 bezwungen und damit die erste saudi-arabische Meisterschaft seit der Saison 2018/19 gesichert hatte, konnte der 41-Jährige seine Emotionen nicht zurückhalten. Ronaldo hatte den Titel mitentschieden, mit zwei eigenen Toren. Wer dachte, ein Mann mit seinem Palmarès würde irgendwann aufhören, so zu fühlen, wurde in Riad eines Besseren belehrt.
Was passiert ist

Al-Nassr hat die Saudi Pro League gewonnen, und Ronaldo war mittendrin. Im entscheidenden Spiel gegen Damac traf er doppelt, sein Team gewann klar mit 4:1. Nach dem Abpfiff, so berichtet Men’s Fitness, konnte Ronaldo seine Gefühle nicht kontrollieren. Für einen Spieler, der in seiner Karriere Champions-League-Titel, Meisterschaften in mehreren Ländern und fünf Ballon-d’Or-Trophäen gesammelt hat, war der Moment dennoch überwältigend. Fans kommentierten online trocken: Wenn er für die Saudi Pro League so weine, sei er bei einem WM-Titel schlicht nicht mehr zu stoppen.

Was noch fehlt
Ronaldo hat fast alles gewonnen, was der Fußball zu bieten hat. Mit Portugal holte er 2016 den EM-Titel sowie zwei Nations-League-Titel. Mit seinen Vereinen sammelte er Champions-League-Trophäen und nationale Meisterschaften am laufenden Band. Nur die Weltmeisterschaft fehlt noch. Das ist kein kleines Detail in seiner Biografie, das ist der einzige wirklich weiße Fleck auf einer ansonsten vollständig ausgefüllten Karte. In wenigen Wochen führt er Portugal in die diesjährige WM, und alle Beteiligten wissen: Es wird seine letzte sein.
Portugals Chancen und ihre Grenzen

Portugal gilt laut Men’s Fitness als einer der Favoriten. Der Angriff ist besetzt mit Spielern in ihrer besten Phase, Bruno Fernandes, Nuno Mendes und Vitinha stehen exemplarisch für eine Offensivabteilung, die auf dem Papier kaum zu stoppen ist. Die Fragen stellen sich woanders. Hinten fehlt es, und das ausgerechnet bei einer Mannschaft, die historisch auf Defensive gebaut war. Dazu kommt Trainer Roberto Martinez, dem die portugiesischen Fans trotz einiger Erfolge regelmäßig mit gemischten Gefühlen begegnen, gemessen am vorhandenen Talent. Ob Martinez das Maximale aus diesem Kader herausholt, ist offen genug, um als echter Knackpunkt zu gelten.
Die Tränen in Riad waren kein Ausrutscher. Sie waren ein Hinweis. Ronaldo gibt bei der Saudi Pro League alles, und wer ihn kennt, weiß, dass er bei der WM nicht weniger investieren wird. Portugals Mannschaft weiß, was auf dem Spiel steht, und dürfte alles daran setzen, ihrem Kapitän den letzten großen Titel zu liefern. Ob es reicht, entscheidet sich nicht in Riad, sondern auf den Plätzen der Weltmeisterschaft.
Quellen: Men’s Fitness (Sean Felenczak, mensfitness.com)
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