Mehr als 20 Clubs. Gebote zwischen 500 Millionen und einer Milliarde Euro. Ein Starttermin im Oktober 2027. Was vor einigen Jahren noch wie ein ambitionierter Gedankengang klang, nimmt gerade sehr konkrete Formen an: Die NBA Europe ist auf dem Weg, und der nächste Schritt ist gemacht.
Das Rennen um die zwölf Plätze
Nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur haben mehr als 20 bestehende Basketball- und Fußballclubs ihre finalen Gebote für permanente Franchises in der NBA Europe eingereicht. Bemerkenswert dabei: Seit der letzten Frist Ende März hat sich die Zahl der Gebote dem Vernehmen nach mehr als verdoppelt. Das ist kein organisches Wachstum, das ist ein Ansturm.
Mark Tatum, stellvertretender Commissioner der NBA, kommentierte die Entwicklung gegenüber der Deutschen Presse-Agentur ohne konkrete Zahlen zu nennen, aber mit klarer Botschaft: „Wir sind äußerst erfreut über die eingegangenen finalen Angebote für die permanenten Franchises in einer neuen, von der NBA und der FIBA unterstützten Liga in Europa. Sie spiegeln das enorme Interesse und die Dynamik dieses Projekts wider.“ Zwölf feste Startplätze sind vorgesehen, dazu vier über die Champions League qualifizierte Teams. Wer die zwölf permanenten Franchises bekommt, entscheidet über die Zukunft des europäischen Vereinsbasketballs auf Jahrzehnte.
Deutschland im Rennen: Berlin und München

Aus Deutschland gelten zwei Standorte als aussichtsreichste Anwärter. Berlin, vertreten durch Basketballclub Alba, und München, wo der FC Bayern sowohl im Fußball als auch im Basketball Eliteteams stellt. Beide Städte bringen unterschiedliche Stärken mit: Alba ist eine der bekanntesten Basketballmarken Deutschlands, der FC Bayern hingegen steht für globale Markenreichweite und ein Stadion-Ökosystem, das in Europa kaum ein Basketballclub replizieren kann. Welche Gebotshöhe die deutschen Interessenten konkret eingereicht haben, ist nicht bekannt. Der berichtete Rahmen von 500 Millionen bis zu einer Milliarde Euro zeigt jedoch, in welcher Liga hier gespielt wird.
Die offene Frage: Was wird aus der Euroleague?
Neben dem Bieterverfahren ist die ungeklärte Rolle der Euroleague das zweite große Thema. Bislang ist sie die wichtigste europäische Liga im Vereinsbasketball. Wie sie sich zur NBA Europe verhält, ob als Konkurrenz, als Zulieferer oder gar als integrierter Teil des neuen Systems, ist noch offen.
NBA-Europachef George Aivazoglou sagte dazu jüngst der Deutschen Presse-Agentur: „Die Gespräche sind nun richtig in Schwung gekommen. Wir werden uns in ein paar Wochen wieder treffen, und dazwischen wird es wahrscheinlich noch den einen oder anderen Austausch geben, aber es gibt noch einiges zu tun.“ Gleichzeitig machte Aivazoglou klar, dass NBA und FIBA ihre Pläne auch ohne die Euroleague umsetzen würden. Das ist keine Drohung, das ist eine Positionsbestimmung. Wer verhandelt, verhandelt mit einem Partner, der notfalls auch alleine gehen kann.
Oktober 2027 ist das Zieldatum. Bis dahin müssen Franchise-Vergabe, Ligastruktur und die Frage nach der Euroleague geklärt sein. Das ist sportpolitisch kein kleines Programm. Aber dass mehr als 20 Clubs bereit sind, bis zu einer Milliarde Euro auf den Tisch zu legen, zeigt: Der europäische Basketballmarkt wartet nicht mehr auf Überzeugungsarbeit. Er wartet auf den Startschuss.
Quellen: Deutsche Presse-Agentur, Sky Sport
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