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Paul George statt Jaylen Brown: Was der größte Celtics-Trade seit Jahren wirklich bedeutet

Juli 7, 2026
2 Minuten Lesezeit
Quelle: Instagram @celtics

Jaylen Brown war 2024 Finals-MVP. Er hat nie einen Wechsel verlangt. Und trotzdem verlässt er Boston. Was die Celtics mit diesem Trade auslösen, ist mehr als ein Kaderumbau. Es ist das Eingeständnis, dass eine Offseason-Entscheidung außer Kontrolle geraten ist, und der Versuch, aus einer selbst gebauten Falle noch das Maximum herauszuholen.

Der Deal im Detail

Jaylon Brown #7 Quelle: Instagram @sixers

Laut übereinstimmenden Medienberichten wechselt Jaylen Brown zu den Philadelphia 76ers. Im Gegenzug erhalten die Celtics Paul George sowie zwei Erstrundenpicks und zwei Zweitrundenpicks. Konkret: einen Erstrundenpick 2028, der in einen Pickswap umgewandelt werden kann, einen ungeschützten Erstrundenpick der 76ers 2031, den besten Zweitrundenpick aus dem Pool Golden State Warriors, Oklahoma City Thunder oder Milwaukee Bucks 2028 sowie den besten Zweitrundenpick aus dem Pool Washington Wizards, Portland Trail Blazers oder Phoenix Suns 2030.

Wie ESPN-Reporter Shams Charania berichtete, hatten die Celtics bis zuletzt auf vier Erstrundenpicks für Brown bestanden. Herausgekommen sind zwei. Das ist die Lücke, die dieser Trade hinterlässt, noch bevor man über George spricht.

Was George mitbringt und was er kostet

Quelle: Instagram @celtics

Paul George verdient in der kommenden Saison 54,1 Millionen Dollar. Er gehört damit zu den Topverdienern der NBA. Was er dafür liefert, ist zuletzt eine offene Frage gewesen: Nach seinem Wechsel zu den 76ers 2024 konnte er Philadelphia wegen körperlicher Probleme nicht in der gewünschten Form helfen. Die Verletzungshistorie der vergangenen Jahre ist kein Randdetail, sie ist der Kern des Risikos, das Boston hier eingeht.

Dann kamen die Playoffs. Gegen die Celtics spielte George eine herausragende Serie: 17,4 Punkte im Schnitt bei 55 Prozent Dreierquote. Philadelphia warf Boston in sieben Spielen raus. Es ist naheliegend, dass genau diese Leistungen die Celtics-Verantwortlichen davon überzeugten, dass der 36-Jährige als Gegenwert für Brown tragbar ist. Ob das eine valide Grundlage für einen Multijahresvertrag auf diesem Gehaltsniveau ist, steht auf einem anderen Blatt.

Wie Boston in diese Lage kam

Der Ausgangspunkt liegt nicht bei Brown, sondern bei Giannis Antetokounmpo. Die Celtics hatten in der Offseason ein Angebot an die Milwaukee Bucks für den zweifachen MVP abgegeben. Brown war in dieses Angebot involviert. Als das an die Öffentlichkeit gelangte, war die Situation nicht mehr zu kontrollieren.

Das Pikante: Brown selbst hatte zu keinem Zeitpunkt einen Wechselwunsch an die Franchise herangetragen. Er war der Finals-MVP von 2024, er hatte die Saison 2025/26 nach dem Ausfall von Jayson Tatum als die beste seiner Karriere bezeichnet, und trotzdem stand sein Name plötzlich in einem Trade-Angebot. Das Tischtuch zwischen Spieler und Franchise war zerschnitten, bevor irgendjemand offiziell darüber gesprochen hatte. Boston saß in der Falle, die es sich selbst gestellt hatte.

Jaylon Brown Quelle: Instagram @fchwpo

Was der Trade wirklich bewertet

Zwei Erstrundenpicks statt vier, dazu ein 36-Jähriger mit 54 Millionen Dollar Jahresgehalt und einer Akte voller verpasster Spiele. Auf dem Papier ist das nicht die Ausbeute, die Boston angepeilt hatte. Gleichzeitig ist George kein Lückenfüller. Wenn er gesund bleibt und auch nur annähernd an seine Playoff-Form anknüpft, hat Boston einen Flügelspieler mit Erfahrung, Wurfqualität und Clutch-Genen bekommen. Das „Wenn“ trägt dabei das gesamte Gewicht des Deals.

Philadelphia wiederum wird einen enormen Gehaltsblock los und bekommt dafür einen der besten Zweiwege-Spieler der Liga der vergangenen Jahre. Für die 76ers ist das eine klare Entscheidung: Brown ist jünger, billiger auf lange Sicht und hat bewiesen, dass er eine Franchise tragen kann. Boston hat den Trade gebraucht, Philadelphia hat ihn gewollt. Das ist selten eine gute Verhandlungsposition.

Quellen: sport.de

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