Acht Jahre, ein Meistertitel, unzählige Schlagzeilen. Jetzt ist es vorbei. LeBron James verlässt die Los Angeles Lakers, und die Franchise steht vor einer Frage, die sie seit Jahren verdrängt hat: Wer kommt nach dem Größten seiner Generation? Die Antwort ist offen. Was hingegen klar ist: LeBrons Entscheidung kam nicht aus dem Nichts. Sie kam genau einen Tag, nachdem die Lakers einen Zweijahresvertrag mit seinem Sohn Bronny James besiegelt hatten.
Der Sohn, der Schatten, der Abgang

Marlow Stern, Variety-Chefkorrespondent und bekennender NBA-Fan, hat den Abgang im Podcast „Daily Variety“ eingeordnet. Seine These ist direkt: Mit Bronnys Zukunft gesichert habe LeBron den Moment als richtig empfunden, um weiterzuziehen. „With his son’s future secured, I think LeBron decided that it was time to move on“, sagt Stern im Podcast, sinngemäß auf Deutsch: „Nachdem die Zukunft seines Sohnes gesichert war, hat LeBron entschieden, dass es Zeit ist weiterzugehen.“
Doch der Abgang ist nicht nur eine Vater-Sohn-Geschichte. Laut Stern hat LeBrons Einflussnahme zugunsten Bronnys in den vergangenen Jahren auch Fans frustriert. Die Wahrnehmung, dass James die Lakers zumindest teilweise als Vehikel für die Karriere seines Sohnes nutzte, hat an seinem Standing in Los Angeles gekratzt. Nun, da Bronny seinen Vertrag hat, braucht LeBron dieses Vehikel nicht mehr.
Die Rechnung mit Michael Jordan

Was LeBron antreibt, ist laut Stern etwas anderes als Familienpolitik. Es ist die Frage, die den Basketballsport seit Jahren begleitet: Wer ist der beste Spieler aller Zeiten? Michael Jordan hat sechs NBA-Titel. LeBron hat vier. Stern formuliert es im Podcast klar: „He wants to basically have more titles than Steph Curry and be the player of his generation with the most NBA titles. He wants to inch closer to Michael Jordan, who has six NBA titles.“ Sinngemäß auf Deutsch: LeBron will mehr Titel als Steph Curry und näher an Jordan heranrücken. Ein fünfter Ring sei für ihn entscheidend.
Dazu passt Sterns Einschätzung, dass LeBron die Lakers-Kader-Situation nüchtern bewertet hat. Die Franchise, so der Variety-Korrespondent, werde im nächsten Jahr wohl keinen Titel gewinnen. Wer vier Ringe hat und sechs anpeilt, kann sich keine verlorene Saison leisten. Also geht er.
Was die Lakers jetzt brauchen

Für die Lakers beginnt nun die schwerere Aufgabe. Variety beschreibt die Situation direkt: Das Team steht an einem Scheideweg und muss sich neu aufstellen. In Los Angeles, wo Starpower nicht nur auf dem Court, sondern auch in der Stadtkultur zählt, bedeutet das: neue Marquee-Namen her, oder die nächste Generation von innen heraus aufbauen, so wie einst Shaquille O’Neal und Kobe Bryant. Bronny James ist nun Teil des Kaders, aber als Zugpferd einer Franchise mit Championship-Anspruch ist er noch nicht gedacht.
LeBron James geht als einer der größten Spieler, die je auf einem NBA-Parkett standen. Daran ändert auch dieser Abgang nichts. Was er hinterlässt, ist eine Franchise, die acht Jahre lang von seiner Anwesenheit gelebt hat und jetzt herausfinden muss, wie sie ohne ihn funktioniert. Und LeBron selbst? Der sucht seinen fünften Ring. Wo, ist noch offen. Aber dass er ihn will, daran lässt Marlow Stern keinen Zweifel.
Quellen: Variety
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