Vier Stationen, ein Kreuzbandriss, ein auslaufender Vertrag. Moritz Wagner hat in der NBA schon einiges mitgemacht, und nun kommt die fünfte. Nach Informationen des US-Senders ESPN wechselt der 29-jährige Berliner von den Orlando Magic zu den Brooklyn Nets und unterschreibt dort einen Zweijahresvertrag über 19 Millionen Dollar. Zur gleichen Zeit meldet Liga-Insider Shams Charania, dass Ariel Hukporti, 24, den frisch gebackenen Champion New York Knicks verlässt und sich den Philadelphia 76ers anschließt. Zwei Deutsche, zwei neue Kapitel, ein Sommer.
Das Ende des Brüder-Duos in Orlando

Seit 2021 spielte Moritz Wagner bei den Magic, und das Besondere an diesen Jahren war nicht die Franchise selbst, sondern die Konstellation: Er und sein fünf Jahre jüngerer Bruder Franz Wagner bildeten gemeinsam das deutsche Herzstück einer Mannschaft, die in der Eastern Conference langsam Konturen annahm. Ein Brüderpaar in der NBA, beim selben Team, ist selten genug. Jetzt ist es vorbei, zumindest was den gemeinsamen Arbeitsplatz angeht. Künftig stehen die Wagners auf verschiedenen Seiten des Parketts.
Für Moritz Wagner ist Brooklyn die fünfte NBA-Station. Zuvor stand der Berliner bei den Los Angeles Lakers, den Washington Wizards und den Boston Celtics unter Vertrag, bevor ihn Orlando 2021 verpflichtete. Der Wechsel zu den Nets kommt nach einer Saison, in der er kaum auf dem Feld stand. Im Dezember 2024 erlitt Wagner einen Kreuzbandriss, der seine Spielzeit bei den Magic empfindlich verkürzte. Sein Vertrag lief danach aus, die Verlängerung blieb aus.
Neunzehn Millionen Dollar für zwei Jahre ist kein Almosen, aber auch kein Maximalvertrag. Es ist das Angebot, das Brooklyn einem Power Forward macht, der zuletzt verletzt war und beweisen muss, dass er wieder der Spieler sein kann, der er vor dem Kreuzbandriss war. Die Nets haben in den vergangenen Jahren einen tiefgreifenden Umbau durchlaufen und sind kein Titelanwärter. Für Wagner ist das womöglich kein Nachteil: Einsatzminuten dürften gesichert sein.
Hukporti sucht in Philadelphia den nächsten Schritt

Ariel Hukporti ist ein anderer Fall. Der 2,13 Meter große Center aus Stralsund kam 2024 nach dem NBA-Draft zu den Knicks und erlebte dort zwei Saisons als Ergänzungsspieler. In der vergangenen Hauptrunde absolvierte er 54 Spiele, stand dabei rund neun Minuten pro Partie auf dem Feld und erzielte durchschnittlich etwas mehr als zwei Punkte. Regelmäßige Einsätze, ja, aber keine Hauptrolle. New York ist eine Franchise, die Tiefe hat und in der Hierarchie wenig Platz lässt.
Laut Charania wechselt Hukporti nun für einen Einjahresvertrag in Höhe von rund 2,9 Millionen Euro nach Philadelphia. Die 76ers beendeten die abgelaufene Hauptrunde auf dem siebten Platz der Eastern Conference, verloren im Conference-Halbfinale der Playoffs 0:4 gegen eben jene Knicks, die Hukporti nun verlässt. Eine gewisse Ironie liegt darin.
Was Philadelphia interessant macht für einen Center wie Hukporti: Joel Embiid, der MVP der Saison 2022/23, ist zwar gesetzt, wenn er fit ist. Doch Embiid ist eben oft genug nicht fit. Wie der Spiegel schreibt, dürften die Chancen auf Einsatzminuten in Philadelphia spürbar höher sein als in New York. Ob Hukporti diese Minuten nutzen kann, ist die eigentliche Frage des kommenden Jahres.
Was dieser Sommer über deutsche NBA-Karrieren sagt
Zwei Deutsche, zwei Wechsel, zwei sehr unterschiedliche Ausgangssituationen. Wagner ist ein etablierter Spieler, der nach einer schweren Verletzung Kontinuität sucht und sie in Brooklyn findet, zumindest vertraglich. Hukporti ist ein junger Center, der in New York gelernt hat, wie ein Championship-Kader funktioniert, und nun den Sprung vom Reservisten zum relevanteren Rotationsspieler anstrebt.
Beide Wechsel zeigen, wie die NBA für deutsche Profis inzwischen funktioniert: nicht als einmaliger Durchbruch, sondern als fortlaufender Prozess aus Verträgen, Verletzungen, Neuanfängen. Moritz Wagner kennt diesen Prozess seit Jahren. Ariel Hukporti lernt ihn gerade kennen. Brooklyn und Philadelphia sind die nächsten Kapitel, nicht die letzten.
Quellen: ESPN, Sky Sport, Der Spiegel
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