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Scaloni bricht Pressekonferenz unter Tränen ab

Juli 21, 2026
2 Minuten Lesezeit
Scaloni bricht Pressekonferenz unter Tränen ab
Bild: afaseleccion via Instagram

 

Er hatte noch gesagt, er habe sich in der Kabine bereits die Augen ausgeweint. Wenig später bewies Lionel Scaloni, dass das nicht stimmte. Argentiniens Nationaltrainer brach seine Pressekonferenz nach dem WM-Finale gegen Spanien ab, weinend, mit brüchiger Stimme, unfähig weiterzumachen. Die Niederlage seiner Mannschaft, das 0:1 gegen Spanien, hatte ihn tiefer getroffen als jede Niederlage zuvor.

Der Moment auf der Bühne

Bild: afaseleccion via Instagram

Scaloni hatte zunächst gefasst gewirkt. Er schwärmte von seiner Mannschaft, sprach von einem „großartigen Team” und davon, dass er hoffe, „zukünftige Generationen werden davon beeinflusst”. Dann, als er über seine eigene Zukunft und die des Verbands sprach, riss der Faden. „Ich bin ihm dankbar, dass ich hier an dieser Stelle sein darf”, sagte er noch, die Stimme brach weg, Tränen kamen. Dann eilte er von der Bühne. Die argentinischen Journalistinnen und Journalisten im Saal applaudierten aufmunternd. Scaloni war schon weg.

Zuvor hatte er auf dem Spielfeld noch Fassung bewiesen. Er gratulierte Spanien zum „verdienten Sieg”, dankte seinen Spielern und dem ganzen Land. „Wir haben alles gegeben. So alles zu geben, wie sie es heute getan haben, ist ein großartiges Vorbild für unsere Menschen und für unser Land”, sagte Scaloni laut Zeit. Und: „Natürlich hätten wir gerne gewonnen, aber man muss das Ergebnis anerkennen.” Auf der Pressekonferenz fiel dann der Satz, der am schwersten wog: „Es bildet sich kaum noch einmal eine so wunderbare Gruppe wie diese, und es tut mir in der Seele weh.”

Messi schweigt, Scaloni lässt alles offen

Lionel Messi, 39, stand nach dem Abpfiff mit der Silbermedaille um den Hals und weinte. Zur Frage seiner Zukunft im Nationalteam äußerte er sich nicht. Scaloni, auf Messi angesprochen, sagte, er habe noch nicht mit seinem Kapitän gesprochen. Auch seine eigene Vertragssituation ließ er offen. Zuletzt hatte es Berichte gegeben, er habe sich mit dem argentinischen Verband auf eine Verlängerung bis 2030 geeinigt. Scaloni wollte das weder bestätigen noch dementieren. „Ich werde mit dem Verbandspräsidenten reden, ich weiß nicht, ob ich die Energie habe, es noch einmal anzugehen”, sagte er laut Zeit. Scaloni hatte die Albiceleste 2018 übernommen und sie 2022 zum dritten WM-Titel der Verbandsgeschichte geführt. Jetzt steht er vor einer Entscheidung, die er offenbar selbst noch nicht treffen kann.

Bild: afaseleccion via Instagram

Auf der anderen Seite: Spanien im Rausch

Trainer Luis de la Fuente fasste es in einem Satz zusammen: „Wir haben alles gewonnen. Alles. Und das ist wunderschön.” Mittelfeldspieler Mikel Merino sprach von „Wahnsinn”, Torhüter Unai Simón betonte, der Titel sei „nicht nur das Verdienst des Torhüters”, sondern dauerhafter „Weltklasseniveau” des gesamten Teams. Offensivspieler Nico Williams, der von einem schwierigen Jahr gesprochen hatte, nannte es „den glücklichsten Tag meines Lebens” und beschrieb den Zusammenhalt als entscheidend: „Jeder ist hier, um seinen Beitrag zu leisten, niemand darf sich als kleiner Star aufspielen, wir arbeiten für alle.” Alle Zitate laut Zeit.

Zwei Pressekonferenzen, zwei Welten. Spanien feiert eine Generation, die sich, wie de la Fuente sagte, „mit dieser Spielidee durchgesetzt hat”. Argentinien trauert um eine Gruppe, die laut ihrem eigenen Trainer vielleicht nie wieder so zusammenkommen wird. Was Scaloni und Messi als nächstes tun, ist offen. Was dieser Abend für beide bedeutet hat, war auf ihren Gesichtern zu lesen.

Quellen: Der Spiegel, Zeit Online

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