44 Spieler stehen auf seinen beiden Kaderlisten für die Nations League. Neben etablierten Kräften setzt der neue DFB-Coach vor allem auf frische Gesichter.
Der Neustart unter Jürgen Klopp nimmt konkrete Formen an. Knapp drei Monate nach dem enttäuschenden WM-Aus hat der neue Bundestrainer seinen ersten Kader zusammengestellt und dabei gleich für eine Überraschung gesorgt. Statt eines klassischen Aufgebots nominierte Klopp insgesamt 44 Spieler für die kommenden vier Nations-League-Partien.
Das XXL-Aufgebot ist allerdings nicht für ein einziges Turnierfenster gedacht. Nach den ersten beiden Begegnungen soll ein großer Teil der Mannschaft ausgetauscht werden. Klopp will damit möglichst vielen Spielern die Möglichkeit geben, sich zu zeigen und gleichzeitig die Belastung über die zweiwöchige Länderspielphase verteilen.
Viele neue Namen im DFB-Trikot
Besonders auffällig ist die Zahl der Neulinge. Mehrere Spieler stehen erstmals im Aufgebot der deutschen A-Nationalmannschaft. Dazu gehören unter anderem Finn Jeltsch, Max Rosenfelder, Philipp Treu, Yannik Engelhardt, Derry Scherhant, Bambasé Conté, Hennes Behrens, Younes Ebnoutalib, Mika Baur, Vitaly Janelt und Felix Keidel.

Damit öffnet Klopp die Tür für eine neue Generation. Gerade Spieler aus der Bundesliga und von kleineren Klubs erhalten eine Bühne, die unter früheren Bundestrainern nicht selbstverständlich war.
Ein Beispiel dafür ist Mika Baur. Der 22-Jährige wechselte vor der Saison vom SC Paderborn zu Celtic Glasgow und findet sich nun plötzlich im Kreis der Nationalmannschaft wieder. Auch Felix Keidel vom Aufsteiger SV Elversberg gehört zum Aufgebot.
Undav und Sané nicht dabei
Gleichzeitig setzt Klopp erste deutliche Akzente bei etablierten Nationalspielern. Deniz Undav und Leroy Sané fehlen im ersten Aufgebot.
Bei Undav erklärte Klopp, der Stürmer sei noch nicht richtig in die Saison gekommen. In der Bundesliga wartet der Angreifer bislang auf seinen ersten Scorerpunkt. Auch Sané, der inzwischen bei Galatasaray spielt, wurde nicht berücksichtigt.

Weitere bekannte Namen fehlen ebenfalls. Oliver Baumann, Pascal Groß und Jamie Leweling gehören nicht zum Aufgebot. Leon Goretzka und Angelo Stiller sind verletzungsbedingt nicht dabei. Manuel Neuer und Antonio Rüdiger stehen nach ihren Rücktritten ohnehin nicht mehr zur Verfügung.
Ter Stegen vorerst die Nummer eins

Eine erste Personalentscheidung hat Klopp auch auf der Torhüterposition getroffen. Marc-André ter Stegen soll zunächst wieder die Nummer eins sein.
Der inzwischen bei Ajax Amsterdam spielende Keeper wird nach längerer Abwesenheit wieder zwischen den Pfosten stehen. Klopp bezeichnete die Entscheidung ausdrücklich als eine Lösung „für den Moment“. Ter Stegen soll bereits beim Auftakt in Amsterdam gegen die Niederlande beginnen.
Neben ihm stehen Finn Dahmen, Alexander Nübel, Noah Atubolu und Jonas Urbig im erweiterten Aufgebot.
Schlotterbeck, Musiala und Gnabry im Fokus

Für die ersten beiden Spiele plant Klopp unter anderem mit Nico Schlotterbeck, Jamal Musiala und Serge Gnabry. Besonders bei Schlotterbeck und Musiala spielt auch die Belastungssteuerung eine Rolle.
Klopp möchte einige seiner Leistungsträger über einen längeren Zeitraum beim Team behalten. Hintergrund ist unter anderem, dass die Spieler nach Verletzungen beziehungsweise längeren Ausfällen kontrolliert aufgebaut werden sollen.
Kapitän bleibt Joshua Kimmich, der ebenfalls zum ersten Kader gehört.

Zwei Kader, vier Spiele
Der erste Teil des Aufgebots trifft am 24. September in Amsterdam auf die Niederlande. Drei Tage später wartet in Augsburg Griechenland.
Anschließend soll die zweite Gruppe zum Einsatz kommen. Sie spielt am 1. Oktober in München gegen Serbien und am 4. Oktober in Thessaloniki erneut gegen Griechenland.

Interessant: Klopp betont, dass es sich dabei nicht um eine klassische A- und B-Mannschaft handeln soll. Vielmehr geht es dem neuen Bundestrainer darum, innerhalb kurzer Zeit möglichst viele Spieler kennenzulernen und unterschiedliche Konstellationen auszuprobieren.
Ein Neustart mit offenem Ausgang
Klopp nutzt seinen ersten Kader damit nicht nur zur Vorbereitung auf die Nations League. Die vier Spiele werden zugleich zu einer großen Sichtungsphase.

Junge Spieler bekommen ihre Chance, etablierte Kräfte müssen sich neu beweisen und einige WM-Teilnehmer finden sich überraschend nicht im Aufgebot wieder. Namen wie Florian Wirtz, Jamal Musiala, Joshua Kimmich und Kai Havertz stehen dagegen weiterhin für das Gerüst der Mannschaft.
Der erste Kader des neuen Bundestrainers ist deshalb vor allem eines: ein deutliches Signal für Veränderung. Wie viel davon bereits bei den ersten Spielen auf dem Platz zu sehen sein wird, dürfte eine der spannendsten Fragen des neuen DFB-Kapitels werden.
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