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Lionel Messi nach dem Tod seines Vaters: „Ich weiß nicht, wie es weitergehen soll“

Nach dem Tod seines Vaters stellt Messi plötzlich alles infrage: Ist das Ende seiner Karriere näher, als bislang gedacht?
August 12, 2026
3 Minuten Lesezeit
Lionel Messi nach dem Tod seines Vaters: „Ich weiß nicht, wie es weitergehen soll“
Bild via Instagram @leomessi

‎​​​​‌​‌‌​​‌‌‌‌‌‌​‌‌​​​‌‌​​‌​​​‌​‌​‌​​‌​​​​​​‌​​​​‌​‌​‌‌​‌​​‌​Er hat Weltmeisterschaften gespielt, Rekorde gebrochen und Millionen Menschen mit seinem Fußball begeistert. Doch jetzt steht Lionel Messi vor dem Gegner, gegen den selbst der größte Fußballer der Welt machtlos ist: der Tod seines Vaters.

Jorge Messi, der Vater des argentinischen Superstars, ist am vergangenen Samstag im Alter von 68 Jahren in einer Klinik in Rosario gestorben. Für Lionel Messi ist damit nicht nur ein geliebter Mensch gegangen. Es fehlt plötzlich ein Stück seines eigenen Lebens.

„Papa, ich kann immer noch nicht glauben, dass du nicht mehr da bist“, schrieb der 39-Jährige in einem emotionalen Instagram-Post.

„Ich weiß nicht, was ich ohne dich tun soll.“

Es sind Worte, die weit über den Fußball hinausgehen.

Denn hinter dem Superstar, hinter den Titeln, den Millionen und den Rekorden, steht in diesem Moment vor allem eines: ein Sohn, der seinen Vater verloren hat.

Der Mann hinter Messi – und was sein Tod bedeutet

Jorge Messi war nicht einfach der Vater. Er war der Manager, der Berater, der erste Fan, der härteste Kritiker und der engste Vertraute. Er brachte Lionel als Jugendlichen zum FC Barcelona, verhandelte die Millionenverträge mit PSG und Inter Miami – und war bei fast jedem Turnier live dabei.

Bild via Instagram @leomessi

Fast jedem. Denn bei der WM 2026 in den USA, Mexiko und Kanada fehlte Jorge Messi erstmals. Er war zu krank. Und genau das hat Lionel Messi sichtlich gebrochen.

„Es war das erste Mal, dass du bei einem Turnier nicht dabei warst“,

schrieb Messi. „Mein Ziel war es, so weit wie möglich zu kommen, um dir Zeit zu verschaffen, damit du wenigstens ein Spiel sehen kannst.“

Argentinien schaffte es ins Finale – verlor dort aber gegen Spanien. Und Messis Vater konnte nicht dabei sein. „Ich habe es nicht geschafft, meine Beine haben nicht mehr mitgemacht. Ich habe mich nie richtig wohlgefühlt.“

Ein Mann, der seinen Körper jahrzehntelang zur Waffe gemacht hat, der gegen Schwerkraft, Alter und Erschöpfung gespielt hat – hat diesmal gegen seinen eigenen Körper verloren. Weil sein Kopf woanders war. Weil sein Herz gebrochen war.

Psychologie: Was passiert mit Männern, wenn sie ihren Vater verlieren?

Der Tod des Vaters ist für viele Männer einer der einschneidendsten Momente des Lebens – und gleichzeitig einer der am wenigsten diskutierten. Während Frauen gesellschaftlich Raum bekommen, Trauer zu zeigen und auszudrücken, kämpfen Männer oft allein.

Eine Studie der University of Pittsburgh zeigt: Männer, die ihren Vater verlieren, erleiden signifikant häufiger Identitätskrisen als Frauen in derselben Situation. Der Grund ist evolutionspsychologisch verankert – der Vater ist für viele Männer das primäre Rollenmodell, der externe Kompass für Leistung, Status und Selbstwert.

Wenn dieser Kompass wegfällt, stellen Männer sich plötzlich die Fragen, die sie jahrelang verdrängt haben: Für wen tue ich das alles? Was gibt meinem Leben noch Sinn? Bin ich noch der, der ich sein wollte?

Genau diese Fragen stellt Messi jetzt öffentlich. Und das ist mutig. Vielleicht das Mutigste, was er je getan hat.

„Warum konntest du nicht noch ein bisschen länger durchhalten?“

Ein Satz, der Millionen Männer treffen dürfte. Nicht weil er von Messi stammt. Sondern weil er so universell ist.

Wie viele Männer kennen dieses Gefühl? Den Vater verloren, bevor man ihm zeigen konnte, was man erreicht hat. Bevor man ihm danken konnte. Bevor man einfach nochmal zusammen schweigen konnte.

Messi hat sechs Weltmeisterschaften gespielt, acht Mal den Weltfußballer gewonnen – und dennoch schreibt er: „Wir hätten noch so viel gemeinsam erleben und genießen können.“

Das ist die härteste Wahrheit über Erfolg: Er schmeckt bitter, wenn der Mensch fehlt, dem du ihn zeigen wolltest.

Karriereende? Was Messis Zweifel wirklich bedeuten

Messi besitzt bei Inter Miami noch einen Vertrag bis Ende 2028. Auf dem Papier ist er also noch zwei Jahre Profi. Aber Papier ist geduldig.

Seine Worte klingen nach einem Mann, der gerade neu kalibriert. Der sich fragt, ob der Antrieb, der ihn jahrzehntelang angetrieben hat, noch existiert. Jorge Messi hatte seinen Sohn ausdrücklich gebeten, an der WM 2026 teilzunehmen – ein letztes Mal. Messi tat es. Und jetzt ist der Mann, für den er es getan hat, nicht mehr da.

Psychologisch gesprochen verlieren viele Hochleistungssportler nach dem Tod eines Elternteils ihre primäre extrinsische Motivation.

Was bleibt, ist die Frage nach der intrinsischen: Spiele ich noch für mich? Oder nur noch aus Gewohnheit?

Messi hat diese Frage noch nicht beantwortet. Aber er stellt sie. Laut. Öffentlich. Ehrlich.

Quelle: Spiegel, MOPO

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