Birmingham – Deutschland hat bei der Leichtathletik-Europameisterschaft in Birmingham einen erfolgreichen Auftakt erlebt. Florian Bremm gewann über 5000 Meter überraschend die Silbermedaille, Kugelstoßerin Yemisi Mabry sicherte sich Bronze. Für den größten Coup des Abends sorgte jedoch die Britin Amy Hunt, die sich den EM-Titel über 100 Meter holte.
Bremm liefert sich packendes Finale mit Ingebrigtsen
Florian Bremm hat sich mit einem beeindruckenden Auftritt auf der europäischen Leichtathletik-Bühne zurückgemeldet. Im Finale über 5000 Meter musste sich der Deutsche in einem hochklassigen und äußerst taktisch geprägten Rennen lediglich dem norwegischen Topstar Jakob Ingebrigtsen geschlagen geben.
Bremm kam nach 13:15,60 Minuten ins Ziel und lag damit nur 31 Hundertstelsekunden hinter Ingebrigtsen, der in 13:15,29 Minuten triumphierte. Der Norweger feierte dabei ein besonderes Comeback: Nach einer Operation an der Achillessehne zu Beginn des Jahres hatte der zweifache Olympiasieger seit September 2025 keinen Wettkampf mehr bestritten.

Für Bremm war die Silbermedaille der bislang größte Erfolg seiner Karriere. Nach dem Rennen konnte der 5000-Meter-Läufer seine Emotionen kaum zurückhalten. Auf seiner Ehrenrunde gab er noch einmal alles, ehe er sich in die deutsche Flagge hüllte und seinen Tränen freien Lauf ließ.
„Es ist Wahnsinn, dass ich jetzt hier stehe“, sagte Bremm anschließend. Besonders beeindruckt zeigte er sich davon, wie nah er inzwischen an der europäischen Spitze angekommen ist. Das Rennen sei wegen zahlreicher Positionskämpfe und Berührungen zudem außergewöhnlich hart gewesen. Bremm bewies dabei Geduld und taktisches Geschick – und musste sich am Ende nur Ingebrigtsen geschlagen geben.
Mabry sorgt für erste deutsche Medaille
Bereits zuvor hatte Yemisi Mabry für das erste deutsche Edelmetall des Abends gesorgt. Die Kugelstoßerin kam auf 19,50 Meter und sicherte sich damit Bronze.
An der Spitze dominierte Jessica Schilder aus den Niederlanden. Die Niederländerin stieß die Kugel auf 20,73 Meter und setzte sich damit deutlich durch. Silber ging ebenfalls an die Niederlande: Jorinde van Klinken kam auf 19,64 Meter.

Mabry zeigte sich nach ihrem Wettkampf zufrieden mit dem Ergebnis. „Die Medaille habe ich mir hart erkämpft“, erklärte die Deutsche. Gleichzeitig räumte sie ein, zwischenzeitlich technische Probleme gehabt zu haben. Trotzdem reichte ihre Leistung für den Sprung aufs Podium.
Damit durfte sich Deutschland bereits am ersten Wettkampftag über zwei Medaillen freuen.
Lückenkemper verpasst das Finale
Nicht nach Plan lief der Abend dagegen für Gina Lückenkemper. Die deutsche Sprinterin schied im Halbfinale über 100 Meter aus und verpasste damit den Kampf um die Medaillen.
Den EM-Titel sicherte sich die Britin Amy Hunt. Vor heimischem Publikum setzte sie sich im Sprint durch und sorgte damit für einen weiteren Höhepunkt eines ereignisreichen ersten Wettkampftages in Birmingham.
Für das deutsche Team bleibt damit trotz des verpassten Sprint-Finales ein positiver Auftakt: Mit Bremms Silber und Mabrys Bronze stehen bereits zwei Podestplätze zu Buche.
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